Grunderwerbsteuer: Hier wird Immobilienkauf teurer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.12.2014

Nordrhein-Westfalen und das Saarland haben eine höhere Grunderwerbsteuer beschlossen, die neuen Sätze gelten ab 2015. Damit machen die beiden Länder von ihrem Recht auf eine individuell festgelegte Besteuerung Gebrauch, während die Kosten beim Immobilienkauf in anderen Bundesstaaten nicht steigen.

Wer angesichts der derzeit günstigen Konditionen für Baufinanzierungen über einen Immobilienkauf oder -bau nachdenkt, muss in einigen Bundesländern im kommenden Jahr eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer einkalkulieren. Betroffen sind dieses Mal Käufer in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland.

Steuersatz variiert stark

Wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet, planen beide Länder, die Grunderwerbssteuer zum Jahreswechsel auf 6,5 Prozent zu erhöhen. Damit zählen sie gemeinsam mit Schleswig-Holstein zu den Bundesländen mit der höchsten Besteuerung auf den Grunderwerb.

2015 wird beim Immobilienkauf in den einzelnen Bundesländern Grunderwerbsteuer in folgender Höhe fällig:

Grunderwerbssteuer

Bundesland

3,5 Prozent

Bayern, Sachsen

4,5 Prozent

Hamburg

5,0 Prozent

Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

6,0 Prozent

Berlin, Hessen

6,5 Prozent

Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein

 

Grunderwerbsteuer spült 8,4 Milliarden in die Länderkassen

Die Grunderwerbsteuer ist die einzige Steuer, deren Höhe die einzelnen Bundesländer seit der Steuerreform im Jahr 2006 selbst festlegen können. Insbesondere finanzschwache Bundesländer haben diesen Spielraum intensiv genutzt. So beträgt die Grunderwerbsteuer beispielsweise in Berlin jetzt schon sechs Prozent. Lediglich Sachsen und Bayern – jeweils das finanzstärkste Bundesland im Osten und im Westen der Republik – haben den Steuersatz nicht angehoben. Hier liegt der Grunderwerbsteuersatz nach wie vor bei 3,5 Prozent. Die Möglichkeit zur Reduzierung der Grunderwerbsteuer hat hingegen kein Land genutzt. Insgesamt erzielen die Bundesländer Einnahmen von jährlich ca. 8,4 Milliarden Euro über die Grunderwerbsteuer.

Steuerlast beim Immobilienkauf hat sich seit 2006 verdoppelt

Seit der Steuerreform 2006 hat sich die Steuerbelastung beim Immobilienkauf nahezu verdoppelt. Dies geht aus einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Infolgedessen gehört Deutschland im internationalen Vergleich zu den Ländern, in denen der Immobilienkauf am stärksten besteuert wird. In Dänemark müssen beispielsweise nur 0,6 Prozent des Immobilienwerts als Grunderwerbsteuer abgeführt werden, in Österreich sind es 3,5 Prozent. Polen, Estland, Litauen und Russland verzichten sogar komplett auf die Grunderwerbsteuer. Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen in den einzelnen Ländern ist ein direkter Vergleich allerdings teilweise schwierig.

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