Immobilienkauf lohnt trotz gestiegener Preise oft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.07.2016

Wohneigentum anschaffen oder weiter zur Miete wohnen? Diese Frage beschäftigt in Zeiten teils sehr hoher Immobilienpreise und niedriger Zinsen viele Bundesbürger. Stiftung Warentest hat Preise und Mieten in zahlreichen Städten analysiert und bricht eine Lanze für den Immobilienkauf.

Obwohl die Immobilienpreise nach wie vor steigen, kann sich der Kauf von Wohneigentum immer noch lohnen. Allerdings gilt dies nicht flächendeckend für die gesamte Bundesrepublik. Zu diesem Schluss kommt Stiftung Warentest nach einer aktuellen Analyse der Preise für Wohneigentum sowie der Neuvertragsmieten in 106 deutschen Städten und Landkreisen.

Immobilienkauf aufgrund niedriger Zinsen günstiger als früher

Dass sich der Immobilienkauf trotz der in den letzten Jahren teilweise erheblich gestiegenen Preise immer noch rechnet, liegt der Verbraucherorganisation zufolge in erster Linie an den historisch niedrigen Hypothekenzinsen. Aufgrund der guten Konditionen für Immobilienkredite ließe sich der Kauf von Wohneigentum aktuell „viel günstiger als früher“ finanzieren, so die Warentester in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins „Finanztest“. „Die attraktiven Konditionen machen den Preisanstieg oft mehr als wett.“

Normale Entwicklung der Immobilienpreise abseits der Großstädte

Für Wohneigentum in beliebten Metropolen und Universitätsstädten gilt dies allerdings nicht. Die Auswertung zeigt, dass sich ein Immobilienkauf insbesondere in den begehrten Vierteln dieser Städte im Normalfall nicht rechnet – weder zur Selbstnutzung noch zur Vermietung. In Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und Köln hat das Marktforschungsunternehmen Empirica bereits bedenkliche Entwicklungen festgestellt. Wenngleich die Marktforscher offenbar noch nicht von einer Immobilienblase sprechen wollen, sondern lediglich von „Bläschenbildung“. Abseits der stark nachgefragten Metropolen sei die Preisentwicklung allerdings deutlich weniger extrem verlaufen. Eine Abkopplung der Immobilienpreise von den Mieten konnten die Forscher dort nicht feststellen.

Innerhalb einiger Städte erhebliche Preisunterschiede für Wohneigentum

Und sogar in Großstädten kann sich die Investition in das sogenannte „Betongold“ noch rentieren, wenn Käufer Abstriche bei Lage und Ausstattung machen können. Die Preisunterschiede bei den verschiedenen Lagen sind nämlich teilweise erheblich. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich beispielsweise in Bremen, Leipzig und Essen abseits der Toplagen durchaus noch rentable Möglichkeiten für potenzielle Immobilienkäufer bieten. In Bremen zahlten Käufer für eine Eigentumswohnung in „guter“ Lage 39 Prozent weniger als für ein Objekt in „sehr“ guter Lage.

 Stiftung Warentest nahm bei der Abstufung der Lagen eine Dreifachunterteilung in „sehr gut“, „gut“ und „mittel“ vor – anders als die meisten Mietspiegel, in denen es nur zwei Abstufungen für die Lage gibt. Bezüglich der Ausstattung existiert sogar eine Vierfachunterteilung in „sehr gut“, „gut“, „mittel“ und „einfach“. Während in sehr guten Lagen Bremens für den Quadratmeter Wohneigentum mit sehr guter Ausstattung 6.870 Euro fällig wurden, waren es bei mittlerer Lage und Ausstattung nur 4.000 Euro pro Quadratmeter.

 

Quelle: Stiftung Warentest

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