Immobilienpreise: Eigenheim regional noch teurer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.12.2015

Die Spitze der Immobilienpreise ist offenbar noch nicht erreicht. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass sich das Eigenheim in Großstädten weiterhin verteuert. In ländlichen Regionen sind die Preise für Wohnimmobilien hingegen teilweise sogar rückläufig. Die Baubranche ist derzeit nicht in der Lage, ausreichend Wohnraum zu schaffen, um den Nachfrageüberhang zu beseitigen.

Wohnimmobilien in deutschen Großstädten und Ballungsräumen verteuern sich weiterhin stark. Dies geht laut Informationen der „Welt“ aus einer Auswertung des Arbeitskreises der amtlichen Gutachterausschüsse hervor. Für Wohnimmobilien wurde 2014 so viel Geld ausgegeben wie seit 2007 nicht mehr.

Unterschiedliche Entwicklung der Immobilienpreise in Städten und ländlichen Regionen

Demnach wechselten 2014 900.000 Immobilien für insgesamt 191 Milliarden Euro den Besitzer. Gegenüber dem Vorjahr veränderte sich die Zahl der Immobilienverkäufe kaum, die Geldsumme wuchs hingegen um 7,3 Prozent. Seit 2009 sind die Ausgaben für das Eigenheim damit um knapp 47 Prozent gestiegen. Allerdings sind die Immobilienpreise nicht flächendeckend in der gesamten Bundesrepublik gestiegen: „Das konzentriert sich auf die boomenden Großstadtregionen“, sagte der Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Harald Herrmann, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). In ländlichen Regionen stagnierten die Immobilienpreise oder sanken sogar.

Jährlicher Preisanstieg von zehn Prozent für das Eigenheim

Im Bundesdurchschnitt stieg der Kaufpreis für das Eigenheim nach Informationen der „Welt“ pro Jahr um 3,3 Prozent. In den deutschen Metropolen zogen die Preise für das Eigenheim hingegen seit 2009 jährlich um durchschnittlich zehn Prozent an und für Eigentumswohnungen um sechs Prozent. Und ein Ende der Aufwärtsspirale bei den Immobilienpreisen in Großstädten ist nach Einschätzung der Gutachterausschüsse nicht absehbar.

„Für Städte und Regionen mit steigenden Bevölkerungszahlen erwarten wir weiter steigende Preise“, erklärte Siegmar Liebig, der Sprecher des Gutachter-Arbeitskreises, der „Welt“. Trotz der deutlich höheren Preise werden Wohnimmobilien vor allem in größeren Städten gekauft: 65 % Prozent der berücksichtigten Wohnungsverkäufe wurden in Großstädten vollzogen.

Steigende Nachfrage schraubt Immobilienpreise in die Höhe

Ursache für die steigenden Immobilienpreise ist die große Nachfrage nach Eigenheimen. Diese erfuhr durch die außergewöhnlich niedrigen Zinsen für Immobilienfinanzierungen in den vergangenen Jahren einen zusätzlichen Schub. Zudem existiert in den Ballungsgebieten und Großstädten nicht ausreichend Wohnraum. Experten gehen davon aus, dass sich die Wohnungsnot in den Metropolen noch weiter verschärfen wird. Nach Einschätzung von BBSR-Direktor Herrmann müssten jährlich 350.000 bis 400.000 neue Wohnungen gebaut werden. Im vergangenen Jahr waren es allerdings nur 240.000 Wohnungen. Und bereits dieses Volumen hatte die Bauwirtschaft an die Grenzen des Machbaren getrieben.

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