Immobilienpreise steigen noch rasanter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.10.2016

Der Anstieg der Immobilienpreise fällt 2016 höher aus als im Vorjahr. Besonders für Eigentumswohnungen müssen Käufer immer tiefer in die Tasche greifen. Durch günstige Kreditzinsen und steigende Löhne ist eigener Wohnraum aktuell dennoch vergleichsweise erschwinglich.

Wie der Immobilienverband Deutschland (IVD) mitteilt, sind die Immobilienpreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in der Bundesrepublik im zweiten und dritten Quartal 2016 noch einmal deutlich schneller gestiegen als im Vorjahreszeitraum. Neben Großstädten, in denen Käufer schon lange hohe Preise zahlen müssen, wird eigener Wohnraum auch in kleineren Städten immer teurer.

Immobilienpreise steigen vor allem in Metropolen schnell

In seinem Preisspiegel zum Wohneigentum, für den die Preisentwicklung in 370 deutschen Städten betrachtet wurde, konnte der IVD für 2016 insgesamt eine durchschnittliche Preissteigerung von gut sechs Prozent für bestehende Eigentumswohnungen mit mittlerem Wohnwert ermitteln – 2015 lag die Steigerung hier noch bei fünf Prozent. In Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern erfolgte ein Anstieg um durchschnittlich 9,42 Prozent. Besonders deutlich fiel er in Frankfurt am Main (knapp 19 Prozent) und Köln (15 Prozent) aus.

Doch auch in allen anderen Städteklassen (mit Ausnahme der Einwohnerzahl zwischen 50.000 und 100.000) stiegen die Immobilienpreise für Eigentumswohnungen stärker als im Jahr 2015. Auch für eigenen Wohnraum in Form von Einfamilienhäusern mussten Käufer mehr bezahlen. Die Preissteigerung für Häuser mit mittlerem Wohnwert war in Städten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern am höchsten und lag bei 6,41 Prozent – gegenüber knapp vier Prozent im Vorjahr.

Knapper Wohnraum als Grund für steigende Preise

IVD-Präsident Jürgen Michael Schick sieht vor allem eine Ursache für die steigenden Immobilienpreise: „Ein wichtiger Grund dafür ist die Wohnraumknappheit. Immer mehr Menschen zieht es in die Metropolen. Trotz allgemein gestiegener Bauaktivitäten gibt es eine ausgeprägte Unterversorgung im Angebot – bei immer größer werdender Nachfrage“. Die Politik habe auf diese Entwicklung viel zu spät reagiert, was sich in den gestiegenen Preisen widerspiegele. Doch trotz der hohen Preise ist Immobilieneigentum aktuell erschwinglicher als in vergangenen Jahren: Berücksichtigt man neben den Immobilienpreisen auch die Faktoren Löhne und Zinsniveau, wie es der IVD in seinem Erschwinglichkeitsindex tut, wird deutlich, dass es für einen durchschnittlichen Haushalt zurzeit vergleichsweise einfach ist, ein Einfamilienhaus zu kaufen. Der Index erreicht für 2016 mit einem Wert von 143 einen Höchststand – im Jahr 2000 lag er noch unter 70. Der Anstieg ist durch die höheren Löhne und die niedrigen Zinsen für Baufinanzierungen zu erklären.

Quelle: IVD

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