Insassenunfallversicherung: Ist sie wirklich nötig?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.08.2018

Die Absicherung gegen PKW-Unfälle durch eine entsprechende Versicherung ist wichtig – doch sind Zusatzpakete wie eine Insassenunfallversicherung nicht immer notwendig. Viele Schadensfälle werden bereits von der Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Zusatzrisiken können durch andere Versicherungen wie eine private Unfallversicherung sinnvoller abgesichert werden.

In Deutschland ist die Insassenunfallversicherung unter Versicherten recht verbreitet. Auf den ersten Blick sinnvoll – sichert sie doch alle Insassen eines Autos, darunter auch den Fahrer selbst, gegen mögliche, bleibende Folgeschäden eines Autounfalls ab. Dieser kann sich während der Fahrt, aber auch beim Einsteigen oder Beladen des Fahrzeugs abspielen. Versichert sind alle Situationen in Direktzusammenhang mit dem Auto, unabhängig davon, von wem sie verursacht wurden.

Lohnt sich die Insassenunfallversicherung?

Einerseits ermöglicht das „Pauschalsystem“ die Auszahlung einer bestimmten Summe, die nicht davon abhängt, wie viele Fahrer im Auto sitzen oder von einem Unfall betroffen sind. Andererseits kann durch das „Platzsystem“ eine an den jeweiligen Sitzplatz gebundene Festsumme gewährt werden, die etwa den Fahrer in besonderem Maße begünstigt. Doch warum schaffte es diese auf den ersten Blick sinnvolle Art der Versicherung dann in die Liste der neun überflüssigsten Versicherungen, die der Bund der Versicherten (BdV) anlegte? Zum einen, weil ein Großteil der Leistungen bereits von anderen Versicherungen abgedeckt wird; beispielsweise durch die Kfz-Haftpflichtversicherung, die sowohl bei Blech- als auch bei Personenschäden greift. Krankenhausaufenthalte und sonstige ärztliche Kosten deckt hingegen die Unfallversicherung ab, während Unfallschäden nach einer Fahrerflucht von Vereinen wie der Verkehrsopferhilfe übernommen werden können. Zum anderen, weil einige Leistungen, die etwa eine Kfz-Haftpflichtversicherung nicht abdeckt, eben auch nicht durch die zusätzliche Insassenunfallversicherung gedeckt werden. Dazu gehören Materialschäden, Personenschäden außerhalb des Autos. Weiterhin ist die ausgezahlte Summe im Schadensfall vergleichsweise niedrig, besonders bei Unfällen im Ausland.

Alternative Unfallversicherung

Wie bereits angesprochen, werden viele Schadensfälle, bei denen eine Insassenunfallversicherung greifen würde, auch durch eine private Unfallversicherung abgedeckt. Diese hat einen weiteren Vorteil: So greift sie auch in Schadensfällen jenseits des Fahrzeugs, beispielsweise beim Sport oder im alltäglichen Leben. Die größere Absicherung in verschiedenen Bereichen ist dabei nicht unbedingt teurer als die Versicherung der Fahrzeuginsassen. Sie lässt sich je nach Versicherung individuell anpassen – und die Beitragshöhe sowie die Schadenssumme können selbst festgelegt werden.

Quelle: focus.de

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