Insolvenz bei Protonet: Ende eines Investitions-Rekords

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.02.2017

Das norddeutsche Start-Up Protonet begann seine Karriere mit einer Summe in Rekordhöhe. Jetzt musste das Hamburger Unternehmen seine Investoren über die Zahlungsunfähigkeit informieren. 2014 erreichte die Firma mit ihrer Idee eines datenschutzfreundlichen Cloud-Dienstes den Crowdfunding-Höchstwert von drei Millionen Euro. Die erhofften schwarzen Zahlen blieben jedoch aus und mit dem Scheitern der letzten Finanzierungsrunde kam es zum Aus für Protonet.

2014 brach ein norddeutsches IT-Start-Up mit einer Summe von drei Millionen Euro den Crowdfunding-Rekord. Protonet wollte seinen Kunden einen Cloud-Dienst mit Datenschutz „made in Germany“ bereitstellen. Jetzt meldete die Hamburger Firma Insolvenz an. Nachdem Protonet schon seit einiger Zeit nicht rentabel arbeiten konnte, scheiterte nun auch die letzte Finanzierungsrunde.

Aufstieg und Fall des Unternehmens

Hierzulande zählte Protonet zu den Vorzeige-Start-Ups und wurde mit seinem Crowdfunding-Rekord auch weltweit bekannt. Kurz nach den Enthüllungen Edward Snowdens war die Nachfrage nach sicheren Alternativen zur Datenspeicherung groß. Die Gründer Ali Jelveh und Christopher Blum begeisterten mit ihrer Idee zu Protonet, einem Cloud-Dienst, der die Daten dennoch auf einem eigenen Server statt in anonymen Rechenzentren speichert. Die „einfachsten Server der Welt“ stellten mit ihrem Crowdinvesting 2014 einen Weltrekord auf und sammelten in dreieinhalb Stunden eine Millionen Euro. Innerhalb von fünf Tagen wurde der Wert von fast 2000 Investoren verdreifacht.

Nun reichte das Unternehmen den Insolvenzantrag ein. Die beteiligten Investoren und der größte Risikokapitalgeber konnten nicht von einer weiteren Anschlussfinanzierung überzeugt werden. Trotz vieler Erfolge war es dem Unternehmen bis zuletzt nicht möglich, schwarze Zahlen zu schreiben und das Geschäft zu stabilisieren. Auch die Gründung einer Konzernmutter in den USA hatte zusätzlich für Kritik gesorgt. Für viele Anleger und Kunden ging mit der Beteiligung im Silicon Valley der „made in Germany“-Qualitätsanspruch verloren.

Nächste Entwicklungen

Das Fehlen schwarzer Zahlen ist zunächst nicht ungewöhnlich für Start-Up-Unternehmen. Protonet hatte zuletzt mit Umstrukturierungen versucht, die Situation zu verbessern. Doch das Kostensenkungsprogramm, beispielsweise in Form der Reduktion von Angestellten von 40 auf 18 Mitarbeiter, brachte keinen Erfolg. Wie es für die mehr als 2.500 Kunden weitergeht, ist nicht klar. Die Server funktionieren ohne Herstellerbindung und funktionieren zunächst weiterhin. Der Zugriff über die Internetadresse Protonets wird jedoch voraussichtlich im Laufe der nächsten Wochen eingestellt.          

Quellen: Handelsblatt, FAZ, Hamburger Abendblatt

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