Instant Payment: Banken ermöglichen Echtzeitüberweisungen ab 2018

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.08.2017

Überwiesenes Geld, das Sekunden später bereits ankommt - der Traum vieler Bankkunden könnte dank eines neuen rechtlichen Rahmens bald wahr werden. Ab November werden Instant Payments europaweit geregelt und ab dem ersten Quartal 2018 die ersten Anbieter zur Verfügung stehen. Mit der Echtzeitüberweisung reagieren die Banken auch auf Online-Bezahlsysteme.

Mit Überweisungen, die Tage dauern, könnte bald Schluss sein. Ab November dieses Jahres ermöglicht ein europaweit geltender, rechtlicher Rahmen Instant Payments, die das Geld innerhalb weniger Sekunden transferieren. Damit reagieren Banken auch auf zahlreiche Online-Bezahlsysteme. Schon im ersten Quartal 2018 sollen Anbieter mit Echtzeitüberweisungen den Traum vieler Bankkunden wahrmachen.

Überweisungen im Sekundentakt

Für Echtzeitüberweisungen wird es ab November einen europaweiten rechtlichen Rahmen geben. Laut Michael Kemmer, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, würden im ersten Quartal 2018 die ersten Anbieter mit Girokonten folgen. Das sogenannte Instant Payment könnte dem Verbandsvertreter zufolge „die Zahlungswelt revolutionieren, aber es wird sicher noch eine Zeit lang dauern, bis sie sich durchgesetzt hat".

Dies begründet sich auch darin, dass es keine Verpflichtungen für Kreditinstitute geben wird, an dem System teilzuhaben. Dennoch erwarte Kemmer langfristig ein flächendeckendes Angebot in ganz Europa.

Der Auftrag für die Überweisung in zehn Sekunden erfolgt via App oder Online-Banking.  Bislang nahmen die Transfers meist einen Arbeitstag in Anspruch. Kemmer sieht in den sekundenschnellen Überweisungen einen „Ersatz für Bargeldzahlungen“. Dies würde vieles erleichtern und beispielsweise Probleme beim Warenkauf lösen, die durch den verzögerten Empfang entstehen. Als Beispiel dafür führt er den privaten Verkauf von Autos an private Käufer an.

Bargeldloses Bezahlen

Für die Branche handelt es sich dabei auch um einen Schritt, den zahlreiche Online-Bezahlsysteme wie Paypal nötig machen. "Zurzeit wechseln Payment-Dienstleister für hohe Summen den Besitzer, weil hier ein ertragreiches Geschäftsfeld erwartet wird", verdeutlichte Kemmer. "In Deutschland finden sie jedoch einen extrem harten Wettbewerb vor. Das macht es für die Banken schwierig, solche hohen Investitionen wieder hereinzuwirtschaften."

Nach wie vor ist, neben der Lastschrift, vor allem die Girokarte das liebste bargeldlose Verfahren der Deutschen. Kontaktlose Bezahlsysteme, via App oder Karte, konnten sich bislang nicht durchsetzen. Zwar gäbe es schon verschiedene Anbieter, doch müsse sich laut Kemmer noch zeigen, „was sich in der Fläche durchsetzen wird".

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Quellen: n-tv, Handelsblatt

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