Internet schlägt Versicherungsvertreter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.12.2016

Gehören Versicherungsvertreter zu einer bedrohten Berufsgruppe? Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man den Ergebnissen einer aktuellen Studie vertraut. Demnach konsultieren die Deutschen lieber andere Informationsquellen, wenn sie eine Versicherung abschließen möchten. Vor allem das Internet spielt hier eine große Rolle.

Sind Versicherungsvertreter noch zeitgemäß? Für die meisten Deutschen offenbar nicht. Immerhin 86 Prozent zeigen ihnen die kalte Schulter, wenn es um die Erstberatung zu Versicherungsprodukten geht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Digital Insurance Monitor 2016“ des Digitalisierungsberaters CSC. Der führte im Rahmen einer Nettostichprobe zwischen April und August 2016 insgesamt 3.000 Endkundeninterviews in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und der Türkei. Auf Unternehmensebene waren mehr als 100 Teilnehmer eingebunden.

Internet hängt Versicherungsvertreter ab

Wer eine Versicherung abschließen will, informiert sich also anfangs nicht bei einem Versicherungsvertreter, sondern anderweitig. Besonders beliebt ist das Internet. Schon jeder Zweite beginnt seine Recherche auf diesem Weg. Ein Drittel erkundigt sich bei der Familie oder Freunden beispielsweise über eine Hausratversicherung, Krankenversicherung oder Rechtsschutzversicherung. An einen Versicherungsvertreter wenden sich in der frühen Phase lediglich 14 Prozent.

Vorreiterrolle für Deutschland

Auch anderweitig ist das Internet mittlerweile wichtig für die Assekuranz-Branche. Besonders in Deutschland. Gut die Hälfte (49 Prozent) jener Bundesbürger, die eine Versicherung abschließen, tun das online. In Österreich zum Beispiel liegt dieser Anteil mit 23 Prozent deutlich niedriger. Die internet-affinen deutschen Kunden schätzen vor allem die schnelle Online-Abwicklung von Verträgen. Und: Für sie ist diese indirekte Form einfacher als ein persönlicher Kontakt mit einem Versicherungsvertreter.

Was bedeutet das für die Branche?

„Ziel muss es sein, die Vermittlerdienste an den aktuellen Kundenbedürfnissen zu orientieren und dabei mit den Online-Services zu verzahnen“, kommentiert Co-Autor der Studie Hans Agnischock von CSC die Erkenntnisse. Schließlich besteht durchaus noch ein Bedarf an einem direkten Service. So konsultiert im Schadensfall immerhin noch jeder Dritte (30 Prozent) am liebsten seinen persönlichen Versicherungsvertreter. Und hinsichtlich der Kundenbetreuung wünschen sich 37 Prozent weiterhin ihren Vermittler als Ansprechpartner.

Wie sehen das die Kunden?

Sie sind trotz aller Aufgeschlossenheit noch nicht völlig überzeugt von den Online-Services der Versicherer. Nur ein Fünftel jener Kunden, die über das Internet eine Versicherung abschließen, würde dies ein zweites Mal tun. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen sehr deutlich, dass sich die Versicherer auf das Online-Kundenmanagement konzentrieren sollten. Dabei gilt es, auf die verständliche Darstellung von Versicherungsprodukten im Internet sowie die Transparenz beim Online-Abschluss zu fokussieren“, sagt Agnischock. „Nur jeder Vierte Kunde gibt in diesen Punkten aktuell Bestnoten.“ Ganz oben auf der Wunschliste der Klientel stehen personalisierte Informationen (37 Prozent) sowie der digitale Austausch von Dokumenten (30 Prozent). 

Quelle: CSC

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