Internetbetrug über gefälschte Bankkonten nimmt zu

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.09.2015

Immer mehr Fälle von Internetbetrug mithilfe von illegalen Bankkonten beschäftigen die Staatsanwaltschaft. Betrüger eröffnen für ihre zwielichtigen Geschäfte ein Konto unter falschem Namen, was die Aufklärung erschwert. Durch die gelockerte Ausweispflicht, die Flüchtlingen die Kontoeröffnung erleichtern sollte, könnte das Problem verschärft werden.

Immer häufiger kommt es vor, dass unter falschem Namen eine Kontoeröffnung durchgeführt wird. Genutzt werden diese Geisterkonten, auch Bank Drops genannt, nach Informationen der "Welt“ anschließend für betrügerische Zwecke im Online-Handel.

Falsches Konto verzögert Aufklärung von Internetbetrug

Die Tageszeitung berichtet von einem 28-jährigen Auszubildenden, der einen Online-Shop für sogenannte K.o.-Tropfen und Anabolika eröffnete. Seine Kunden überwiesen das Geld per Vorkasse auf ein Geisterkonto. Die verbotenen Substanzen kamen jedoch nie bei ihnen an. 35.000 Euro brachte der Betrüger so zusammen. Bei der Kontoeröffnung hatte er einen falschen Namen angegeben, was die Aufklärung dieses Falles verzögerte.

„Die Täter verwenden in der Regel gefälschte Ausweisdokumente", erklärte Georg Ungefuk von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) gegenüber der „Welt“. Die Geisterkonten würden meist nur so lange eingesetzt, bis der Internetbetrug auffliegt. Anschließend würden die Betrüger einfach ein neues Bank Drop eröffnen. Bei der Staatsanwalt landen immer mehr Fälle, die im Zusammenhang mit illegalen Konten stehen.  

Leichtere Kontoeröffnung für Flüchtlinge könnte Betrüger anziehen

Ein Girokonto unter falschem Namen zu eröffnen, dürfte seit Kurzem einfacher geworden sein. Denn die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) hat kürzlich die Ausweispflicht bei der Kontoeröffnung gelockert. Der Grund dafür ist, dass Flüchtlinge häufig keine Möglichkeit zur Kontoeröffnung in Deutschland haben, da sie häufig ohne Ausweispapiere in die Bundesrepublik einreisen.

Da ein eigenes Koto als wichtig für die Integration betrachtet wird, reicht nun auch ein provisorischer Passersatz –  beispielsweise offizielle Dokumente von Ausländerbehörden, die bestimmte Identitätsinformationen und Foto enthalten – für die Kontoeröffnung aus. Ein Bankenjurist warnte in der Zeitung davor, dass diese Dokumente leichter zu fälschen seien als ein Personalausweis und dass Betrüger in Zukunft gezielt Flüchtlinge ausnutzen könnten, um ein Bank Drop zu eröffnen. 

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