IW-Studie: Immobilienmarkt stabil, aber mit drei großen Risiken

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.08.2017

Seit Jahren sind die Immobilienpreise im Höhenflug und lassen Fragen nach einem Ende des Booms aufkommen. Doch obwohl die Preise insbesondere in Städten weiter anziehen, ist eine Blase dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zufolge unwahrscheinlich. Dennoch zeigen sich in einigen Regionen Risiken, die Investoren bedenken müssen. Besonders drei mögliche Probleme sind laut der Experten entscheidend.

Die Aufwärtsspirale der Immobilienpreise scheint nach oben hin keine Grenzen zu kennen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gibt dennoch Entwarnung vor einer möglichen Blase. Auf dem Markt, der insbesondere in Städten immer weiter anzieht, sei den Experten zufolge allerdings ein Ende des Booms in Sicht. Interessenten sollten die Risiken einiger Regionen kennen, die besonders von drei problematischen Faktoren bestimmt werden.

Wenig Gefahr für Immobilienblase

Immobilien werden immer knapper, stetig teurer und insbesondere in den Großstädten ist die Lage angespannt. Seit langem schien nichts die Preisspirale stoppen zu können, doch laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) geht dem Auftrieb jetzt die Puste aus. „Gemessen an den Bedingungen für Immobilieninvestoren haben wir einen Gipfel erreicht“, heißt es im aktuellen Bericht der Immobilienökonomen. Von einer Blase ist dennoch keine Rede - nicht zuletzt, da die Finanzierungsmöglichkeiten weiter ein solides Niveau halten. Den Forschern zufolge nähert sich die goldene Zeit der Investments jedoch dem Ende und Immobilienkäufe sollten mit Bedacht getätigt werden.

Risiken des Marktes

Das IW sieht den Bauboom kritisch und nennt drei Probleme des derzeitigen Immobilienmarktes. Auf dem Land gäbe zu viel Einfamilienhäuser, in den Großstädten zu viele Studentenwohnungen und eine strengere Regulierung des Wohnungsmarktes verschrecke Investoren. Insbesondere das ländliche Überangebot an Einfamilienhäusern sei schwierig: „In ländlichen Landeskreisen sind mehr als doppelt so viele Einfamilienhäuser wie benötigt gebaut worden“. Die Regionen seien dementsprechend anfälliger für Preiskorrekturen bei höheren Hypothekenzinsen. Die Suche nach Alternativen zu den großen Städten sei ebenfalls schwierig, doch räumten die Immobilienökonomen Chancen in der Nähe von Schwarmstädten ein. 

Diese Zuzugsmagneten seien vor allem attraktiv, wenn sie, wie zum Beispiel Offenbach zu Frankfurt, gut an den Nahverkehr zu Zentren angebunden seien. Die Main-Metropole führten die Forscher zudem als Beispiel dafür an, dass am Bedarf vorbeigebaut würde, da es dort zu viele Mikroappartements gebe. Neben der falschen Annahme der Ein-Zimmer-Wohnung als Allheilmittel berge auch die bevorstehende Bundestagswahl Risiken für Investoren. Viele Parteien, darunter SPD, Grüne und Linke, haben sich für eine Verschärfung der Mietpreisbremse ausgesprochen.

Quellen: Handelsblatt, Focus, Wallstreet-Online

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