IW Studie: Mieten steigen immer schneller an

Zuletzt aktualisiert am 26.04.2017

Seit Einführung der Mietpreisbremse Mitte 2015 sind die Wohnungsmieten in den deutschen Großstädten in der Regel noch schneller gestiegen als zuvor. Wie wirkungslos die Mietpreisbremse ist, geht aus einer unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln am Beispiel der Mietpreisentwicklung in Berlin hervor.

Nachdem der Gesetzgeber Mitte 2015 die Mietpreisbremse einführte, der zufolge Neuvermietungen die ortsübliche Vergleichsmiete nicht um mehr als zehn Prozent übersteigen dürfen, beweist nun eine unveröffentlichte Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) die Wirkungslosigkeit dieser Maßnahme. Denn seit Einführung der Bremse steigen die Mietpreise in deutschen Großstädten noch schneller an als vorher.

Deutlicher Mietpreisanstieg in Berlin

Die Wirkungslosigkeit der Mietpreisbremse weist der IW am Beispiel der Hauptstadt nach. 2016, ein Jahr nach Einführung der Preisbremse, betrug der Anteil der in Inseraten zur Neuvermietung angebotenen Berliner Wohnungen, deren Miete mindestens zehn Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete lag, durchschnittlich 62,3 Prozent. Im Jahr 2014, vor Einführung der Mietpreisbremse, lag dieser Anteil noch bei 61,4 Prozent. 

Grundlage der IW-Untersuchung ist die Auswertung der rund 117.000 Berliner Wohnungsinserate, die zwischen 2014 und 2016 auf dem Internet-Portal ImmobilienScout24 geschaltet wurden. Vor allem in den preiswerteren Wohnlagen Berlins kann das Institut mittels dieser Daten einen deutlichen Preisanstieg nachweisen: 2014 lagen gut 40 Prozent der Mieten um mindestens zehn Prozent über der Vergleichsmiete. Bis zum Ende des Vorjahres stieg dieser Wert auf 70,5 Prozent an.

Höchstens Wohlhabende profitieren von der Mietpreisbremse

Eine hohe Nachfrage und ein vergleichsweise geringes Wohnungsangebot haben zu steigenden Mietpreisen in den Großstädten geführt, weshalb die Bundesregierung am 01.06.2015 die Mietpreisbremse in Berlin einführte. Um den Preisanstieg zu kontrollieren, haben mittlerweile elf weitere Bundesländer nachgezogen. Die IW-Studie weist das Instrument nun nicht nur in Berlin als wirkungslos aus. 

Die Wirkungslosigkeit der Preisbremse dürfe nun aber nicht zu einer Zuspitzung des Instruments führen. „Wenn es zu einer Verschärfung der Mietpreisbremse kommen sollte, würden davon besonders Gutverdienende profitieren“, so IW-Studienautor Philipp Deschemeier. Denn gerade in den von Besserverdienenden bevorzugten Wohnlagen nehme die Differenz zwischen den erzielten Mieten und den aus dem Mietspiegel abgeleiteten ortsüblichen Vergleichsmieten auch weiterhin überproportional zu.

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Quellen: Focus Online, General-Anzeiger Bonn, RP Online, ImmoCompact

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