IW-Studie: Spitzensteuersatz bei über 4 Millionen Arbeitnehmern

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.04.2017

Gemäß einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zahlt jeder elfte Erwerbstätige die Spitzensteuer. Damit greift bei mehr als vier Millionen deutschen Arbeitnehmern ein Satz von 42 Prozent – zu viel laut der Autoren, die sich für Senkungen aussprechen. Betroffen seien gemäß der bislang unveröffentlichten Untersuchung nicht nur Top-, sondern auch Geringverdiener und Erwerbstätige mit Durchschnittseinkommen.

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent betrifft jeden elften Arbeitnehmer in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine bisher noch unveröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Autoren sprechen sich für Senkungen aus, da unter diesen über vier Millionen Zahlern der Einkommensteuer nicht nur Spitzenverdiener betroffen sind, sondern auch Erwerbstätige mit geringem und durchschnittlichem Einkommen.

Millionen Steuerzahler mit Spitzensätzen

Aus einer bislang unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln geht hervor, dass 4,2 Millionen erwerbstätige Steuerzahler in Deutschland den Spitzensatz zahlen. Für 48,2 Prozent des gesamten Aufkommens an Einkommensteuern seien zehn Prozent der Deutschen mit den höchsten Löhnen verantwortlich. Werden die oberen 30 Prozent der Verdiener betrachtet, so gewährleisten diese 79 Prozent der innerdeutschen Einkommensteuer. Die Autoren der Studie sprechen sich für Steuersenkungen aus, auch um Anreize zu schaffen. Geringere Abgaben würden dazu animieren, eine Beschäftigung aufzunehmen oder mehr Arbeitszeit zu leisten. Denn auch mit geringerem Einkommen fallen die Steuern oft sehr hoch aus.

Belastung auch für Geringverdiener

Unter den deutschen Erwerbstätigen müssen 2,7 Millionen aufgrund zu geringer Verdienste keine Steuern entrichten. Dennoch zeigte die Studie des Instituts, dass auch Durchschnitts- und Geringverdiener stark durch die Abgaben belastet werden. Für einen alleinstehenden Verdiener mit einem Bruttogehalt von 1.940 Euro fallen monatlich 46 Prozent Abgaben und Steuern an. Der Single-Durchschnittsverdiener muss von seinem 3.250 Euro starken Brutto-Gehalt 51 Prozent und damit mehr als die Hälfte seines Verdienstes abführen. 

In der vergangenen Woche hatte sich Deutschland in einer veröffentlichten OECD-Studie bereits als Industrienation mit der zweithöchsten Steuer- und Abgabelast hervorgetan. Lediglich im Nachbarland Belgien liegen die Abgaben für alleinstehende Durchschnittverdiener höher. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fielen für den Single-Verdiener mit Durchschnittseinkommen im Jahre 2016 hierzulande 49,4 Prozent seines Einkommens an.

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Quellen: Süddeutsche Zeitung, Tagesschau

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