IWF-Entscheidung: Yuan wird Reservewährung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.12.2015

Die chinesische Währung Yuan wird im kommenden Jahr vom IWF in seinen Währungskorb der Sonderziehungsrechte aufgenommen. Damit wird der Yuan neben US-Dollar, Euro, britischem Pfund und japanischem Yen zu einer der fünf Leitwährungen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat beschlossen, den chinesischen Yuan in seinen Korb der Sonderziehungsrechte aufzunehmen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Damit wird er neben US-Dollar, Euro, britischem Pfund und japanischem Yen die fünfte Welt-Reservewährung. Die Aufnahme bedeutet einen wichtigen Schritt für Chinas Landeswährung bei ihrer Rolle im globalen Wirtschaftssystem. Der offizielle Beitritt wird im kommenden Jahr erfolgen.

IWF gibt dem Yuan Sonderziehungsrechte

Das IWF-Exekutivdirektorium hat entschieden, dass die chinesische Währung Yuan (Aussprache: Jüen) in den Korb der Sonderziehungsrechte aufgenommen wird. Dabei handelt es sich um die erste Änderung der Zusammensetzung seit 1999. Der Yuan wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in China eingeführt und konnte lange nur im Inland verwendet werden. Die Aufnahme in den Währungskorb zeigt, dass er international an Glaubwürdigkeit und Bedeutung gewonnen hat. 2010 hatte der IWF ihn noch abgelehnt. Bei den Sonderziehungsrechten handelt es sich um eine Kunstwährung. Wenn in einem Land die Devisen knapp werden, kann es seine Sonderziehungsrechte in eine andere Währung tauschen und so offene Forderungen eines anderen Staates begleichen. Die Sonderziehungsrechte sind damit im weitesten Sinne mit einem Kredit vergleichbar. Den größten Anteil am Währungskorb hat der US-Dollar mit derzeit knapp 42 Prozent, gefolgt vom Euro mit rund 37 Prozent. Der Yuan wird mit seiner Aufnahme im Oktober 2016 einen Anteil von knapp 11 Prozent erhalten und damit über dem Yen liegen. Der Anteil des Euro wird dabei laut Bericht der „Welt“ auf rund 30 Prozent fallen.

Handel mit Yuan bald auch in den USA

Bisher ist der Handel mit Yuan in den USA nicht gestattet. Das soll sich aber nun ändern: Eine Arbeitsgruppe, zu der unter anderem amerikanische und chinesische Banken gehören, soll den Handel mit Yuan in den Vereinigten Staaten vorbereiten. Ziel ist die Verbesserung von Geschäftsbeziehungen zwischen chinesischen und US-amerikanischen Unternehmen. In Frankfurt wird der Yuan bereits gehandelt, ebenso in einigen anderen Finanzzentren weltweit.

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