IWF fordert höhere Löhne und niedrigere Steuern

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.05.2017

Aus dem Misstrauen des Internationalen Währungsfonds gegenüber den hohen Exportüberschüssen Deutschlands ist längst offene Kritik geworden. Nun äußerte dieser sich mit weiteren Empfehlungen an die Bundesregierung. Ohne die Erhöhung der Löhne, steuerliche Entlastungen und mehr Investitionen könnte der derzeitige Aufschwung aus IWF-Sicht bald ein Ende haben.

Seitens des Internationalen Währungsfonds gibt es erneute Empfehlungen für die Bundesregierung. Die Experten des IWF sehen den derzeitigen Aufschwung ohne Erhöhungen der Investitionen und Löhne sowie Steuerentlastungen in Gefahr. Damit steht Deutschland erneut in der Kritik, nachdem der IWF bereits mehrfach den hohen Exportüberschuss des Landes bemängelte.

Die Forderungen des IWF

Am Montag legte der Internationale Währungsfonds seine Empfehlungen in Berlin vor. Die Forderungen ließen derweil keine Zweifel an der aus IWF-Sicht einzuschlagenden Politik mit höheren Löhnen und Investitionen: „Der zur Verfügung stehende finanzielle Spielraum sollte genutzt werden für Initiativen, um das Wachstumspotenzial ebenso zu verbessern wie Investitionen in die Infrastruktur und Digitalisierung, Kinderbetreuung, Flüchtlingsintegration und für eine Senkung der Steuerlast auf Arbeit“. 

Auch erinnerten die Ermahnungen sehr an die Kritik der letzten Zeit: „Ein nachhaltiger Anstieg der Löhne und Inflation in Deutschland ist erforderlich, um die Preissteigerung in der Eurozone anzuheben und eine Normalisierung der Geldpolitik zu erleichtern.“ 

Die IWF-Expertin Enrica Detragiache erklärte, dass der Währungsfonds um die Zuständigkeit der Tarifpartner in der Lohnpolitik wisse. Doch können bessere Lohndynamik sowohl der Binnenkonjunktur als auch der Wirtschaft helfen. Dabei kamen erneut die hohen deutschen Exportüberschüsse und deren weiterhin durch den IWF geforderter Abbau zur Sprache. Ein Punkt beschäftigte sich mit der Empfehlung einer weiteren Rentenreform. Deutschland müsse Anreize für längeres Arbeiten schaffen, wodurch das Alterseinkommen erhöht und übermäßige Vorsorge für den Ruhestand reduziert werden könne. Zudem hätte sich zwar die Einkommensungleichheit reduziert, doch müssten Armutsrisiken weiter im Auge behalten werden.

Zwischen Beschränkungen und Entwicklung

Die weiter steigenden Immobilienpreise sind für den IWF Grund für eine stärkere Überwachung des Marktes. Auch den Banken und Versicherern hat der IWF mit der Umbaubeschleunigung zur Steigerung von Profitabilität und Widerstandskraft eine Empfehlung ausgesprochen. 

Doch es gibt ebenfalls positive Äußerungen zur offenen und innovativen Wirtschaft, die sich gut entwickelt habe. Das „umsichtige Wirtschaftsmanagement“, Strukturreformen und das soziale Sicherheitsnetz hätte diese Entwicklung begünstigt und zu einem starken Beschäftigungswachstum sowie einer Arbeitslosenquote auf Rekordtief geführt. Damit es auch weiter bergauf gehen könne, dürfen Lohnwachstum und Kerninflation nicht weiter gedämpft bleiben. Aus IWF-Sicht soll eine Reihe an Fiskal- und Strukturmaßnahmen die statischen Unternehmensinvestitionen und die Demographie-Problematik ausgleichen. Mit den Maßnahmen sollen die Stärken gesichert und Herausforderungen wie externe Ungleichgeweichte bewältigt werden.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Studie - Tote durch Stickoxide: Einer US-Studie zufolge lag die Gesamtzahl der vorzeitigen Todesfälle durch Stickoxide aus Dieselabgasen 2015 bei mehr als 100.000. Zu den erfassten Ländern zählen beispielsweise EU-Staaten, die USA und viele weitere.
  • Risiko-Lebensversicherung: Nach einem Vergleich von Risiko-Lebensversicherungen empfiehlt die Stiftung Warentest eine Faustregel zur Versicherungssumme: Jahres-Bruttoeinkommen mit dem Drei- bis Fünffachen multiplizieren.
  • 35-Stunden-Woche: Die IG-Metall hat die 35-Stunden-Woche erneut als ideale Arbeitszeit definiert. Kritik kommt von Gewerkschaftschef Jörg Hofmann. Er wirft Arbeitgebern das Aufweichen tariflicher Obergrenzen vor.

Quellen: Spiegel, FAZ, Welt

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