IWF fordert mindestens zwei Prozent Inflation

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.01.2017

Der Internationale Währungsfonds fordert von Deutschland eine Inflationsrate von über zwei Prozent. In einem Bericht machte der IWF deutlich, dass die höhere Inflationsrate Deutschlands zu den wichtigsten Maßnahmen einer Stabilisierung der Euro-Zone gehöre. Der von den Euro-Teilnehmern geschlossene Stabilitätspakt, der eine solide Haushaltspolitik der Staaten anstrebt, wird vom IWF als obsolet eingeschätzt. Zur langfristigen Erholung in der gesamten Zone müsste die Inflation einiger Länder über der von der EZB angestrebten Zwei-Prozent-Marke liegen.

Eine langanhaltende Erholung der Inflation in der Euro-Zone kann laut IWF nur durch erhöhte Inflationsrate in einigen Mitgliedsländern erreicht werden. Die Europäische Zentralbank sieht das mittelfristige Ziel für diese bei knapp unter zwei Prozent. In einem Bericht hatte der Internationale Währungsfonds diesen Wert sowie den Stabilitätspakt der Euro-Teilnehmer für obsolet erklärt. Deutschland müsse eine Inflationsrate von über zwei Prozent erreichen, um zur Stabilisierung der Euro-Zone beizutragen.

Mehr Stabilität für die Euro-Zone

Um das Ziel einer stabileren Euro-Zone zu erreichen, ist vor allem in Ländern mit geschlossenen Produktionslücken eine höhere Inflation erforderlich. Diese bezeichnen die Differenz zwischen dem Potenzial einer Volkswirtschaft und dem tatsächlichen Ausstoß. Deutschland zählt zu den Staaten mit geschlossenen Produktionslücken und rückt so in den Fokus der IWF-Forderungen. Ende 2016 lag die Inflation in der Euro-Zone bei einem Wert von etwa 1,1 Prozent. Die Europäische Zentralbank strebt bei der Teuerung einen wirtschaftlichen Idealwert von zwei Prozent an. In Deutschland hatten sich die Verbraucherpreise im Dezember des letzten Jahres auf etwa 1,7 Prozent eingependelt. Der neuste Jahresbericht der Bundesbank prognostiziert, dass dieser Wert in den nächsten Wochen zum ersten Mal seit vier Jahren wieder über zwei Prozent steigen würde.

Maßnahmen zur Normalisierung der Geldpolitik

Der IWF kritisierte den bestehenden Stabilitäts- und Wachstumspakt als zu komplex. Um eine Instabilität der Euro-Zone zu verhindern, sei eine entsprechende Angleichung der wirtschaftlichen Bedingungen unumgänglich. Mögliche Maßnahmen seien beispielsweise eine höhere Binnennachfrage zum Abbau der Leistungsüberschüsse in den Niederlanden oder Deutschland. In seinem Bericht wies der Internationale Währungsfonds außerdem darauf hin, dass sich die Euro-Mitgliedsländer auf die Normalisierung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten einstellen müssten. Die lose Geldpolitik und niedrigen Zinsen der Europäischen Zentralbank müssten laut IWF-Einschätzung beibehalten werden.

Quellen: Handelsblatt, Bild, Deutsche Wirtschafts Nachrichten

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