IWF-Prognosen: Optimismus trifft Egoismus und Protektionismus

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.04.2017

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt der Weltwirtschaft weiteren Aufschwung voraus. Diesem stehen jedoch Trump’scher Protektionismus, Brexit und nationaler Egoismus entgegen. Neben diesen Gefahren stellen laut des IWF-Stabilitätsberichts auch flache Zinskurven ein Risiko dar.

Es geht bergauf in der Weltwirtschaft und der Internationale Währungsfonds bekräftigt seine optimistischen Prognosen. Gleichzeitig warnt der IWF vor dem wirtschaftlichen Egoismus der Nationen, welcher ebenso wie flache Zinskurven langfristig destabilisierend wirken könnte. Hinzu kommen weitere Risiken wie der Brexit und der Protektionismus vieler Nationen, etwa den Vereinigten Staaten unter Präsident Trump.

Aufschwung in Gefahr

Nach Auffassung des Internationalen Währungsfonds kommt Schwung in die Weltwirtschaft. Der IWF bestätigte die prognostizierten 3,5 Prozent im globalen Wachstum für dieses Jahr und sieht auch im nächsten Jahr einen Fortschritt von 3,6 Prozent.

Neben Industrienationen tragen ebenfalls Schwellen- und Entwicklungsländer bei und so findet der Aufschwung auf breiter Basis statt. Dennoch sieht der IWF vor allem in den zunehmend protektionistischen Tendenzen und der wirtschaftlichen Selbstbezogenheit Risiken.

Laut des am Dienstag veröffentlichten Weltwirtschaftsausblicks des IWF bedrohe diese die auf Zusammenarbeit fußende Wirtschaftsordnung. Ebenso verhält es sich jedoch auch mit den dauerhaft niedrig gehaltenen Zinsen und flachen Zinskurven, also dem Prozentabstand zwischen kurzen und langen Laufzeiten. Analysten folgern aus der schwierigen Weitergabe der Negativzinsen durch Banken an Kunden, bei gleichzeitiger Annahme von mehr Kundengeld in den Girokonten, beispielsweise eine Bedrohung klassischer Lebensversicherungen und Altersvorsorge.

Jeder gegen Jeden

Der IWF empfiehlt eine stärkere Konsolidierung und Aufsicht, um zu verhindern, dass Banken hohe Risiken zur Aufrechterhaltung ihrer Gewinne eingehen. Dem steht der lockere Kurs der Politik unter US-Präsident Donald Trump entgegen. Gemeinsam mit China formen die Staaten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt und laut IWF gleichzeitig zwei der größten Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft.

Der US-Ausstieg aus der Nullzins-Politik samt Ankündigung expansiver Ausgabenpolitik sowie die chinesische Kreditexpansion könnten weitreichende Folgen haben. Neben der erhöhten Inflationsgefahr und schwerwiegender Risiken für das globale Finanzsystem ist vor allem die Globalisierungsskepsis problematisch. Der IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld sieht im Protektionismus und der Abwendung vom Wirtschaftsmotor des internationalen Handels eine verhängnisvolle Abwärtsspirale ohne Sieger.

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Quellen: Deutsche Welle, SPIEGEL, Handelsblatt

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