IWF-Studie zeigt sinkende Lohnquoten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.04.2017

Der Arbeitnehmer ist weltweiter Verlierer im Verteilungskampf der Wirtschaftsleistung. Vor dieser Tendenz warnt eine Studie des Internationalen Währungsfonds. Im Vergleich zu den Kapitalerträgen sinke der Anteil des Lohneinkommens und der IWF konstatiert Zeit zum Handeln. Erstmals wird insbesondere den Industriestaaten eine Bekämpfung des Ungleichgewichts empfohlen.

Den Kampf um die Vermögensverteilung verlieren Arbeitnehmer auf der ganzen Welt seit Jahren. Der Internationale Währungsfonds bestätigte in einer aktuellen Studie die sinkende Lohnquote innerhalb der Wirtschaftsleistung. Den Industriestaaten legte der IWF erstmals besonders den Kampf gegen diese ungleiche Vermögensverteilung ans Herz.

Ungleiche Umverteilung

Der Internationale Währungsfonds diagnostiziert in seinem Weltwirtschaftsbericht weltweit ungleiche Umverteilung. Denn obwohl die Wirtschaft wächst, ist das Einkommen der Arbeitnehmer verhältnismäßig in Sinken begriffen. Erstmals fordert der IWF besonders die Industriestaaten auf, langfristige Maßnahmen zur Umverteilung zu ergreifen. Die Gründe für das Ungleichgewicht der Lohnquote, also dem Lohnanteil innerhalb der Wirtschaftsleistung, liegen zu einem Viertel in der Globalisierung, aber zur Hälfte im zunehmenden technischen Fortschritt. 

Von den Produktivitätsgewinnen profitieren jedoch vor allem Kapitalbesitzer und Firmeneigner. Der IWF sieht darin keine vereinzelten Ausnahmen, sondern einen globalen Trend. Traditionell dient der Ausblick auf die Weltwirtschaft auch zur Vorbereitung des G 20-Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs aus Industrie- und Schwellenländer. Bei letzterem wird es Ende nächster Woche auch um die zunehmende Unzufriedenheit und Angst vor dem Ausschluss von Globalisierung und Vorteilen offenere Märkte gehen.

Die Betroffenen der sinkenden Quote

Die Studie des IWF macht das Problem auch zu einer Frage der Ausbildung. Besonders betroffen sind Arbeitnehmer aus dem mittleren und niedrigem Qualifikationsbereich. Staatliche Eingriffe müssten laut IWF so konzipiert sein, dass Arbeitsplatzverluste durch Automatisierung umgangen werden können. Nötig seien zudem Maßnahmen zur Weiterbildung, Wiedereingliederung und zur Förderung einzelner Regionen, Branchen und Berufe. 

Zu den Ländern, in denen der Rückgang der Lohnquote am stärksten zu verzeichnen ist, zählen reiche Nationen wie Deutschland und die Vereinigten Staaten sowie das schnell industrialisierende China. Doch obwohl Technik, Digitalisierung und Globalisierung zu den größten Gründen des Absinkens zählen, sieht der IWF in ihnen auch die wichtigsten Treiber künftiger Produktivität und damit von Lohnsteigerungen sowie Wohlstand.

Weitere Meldungen des Tages

  • Steuerbonus: Steuerpflichtige können Ausgaben für Krankheit und Pflege nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs mehr als bisher beim Fiskus geltend machen.
  • Tesla vor GM: Der Elektroautobauer Tesla überholte zum Börsenschluss am Montag den größten amerikanischen Automobilproduzenten General Motors im Aktienwert.
  • Studenten zahlen mehr: Laut eine Studie sind die Mieten für Studentenwohnungen in den letzten Jahren deutschlandweit gestiegen. Spitzenreiter sind Studenten- und Großstädte wie Berlin, München, Leipzig oder Köln.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, Berliner Zeitung

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