Joint Venture: Autobauer wollen 400 Ladestationen für E-Autos errichten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.11.2017

BWM, Daimler, Ford und der VW-Konzern haben bekanntgegeben, dass die schon Ende 2016 angekündigte Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures unter dem Namen Ionity abgeschlossen ist. Das neue Unternehmen soll den Aufbau des Schnellladenetzes für Elektroautos in Europa stark vorantreiben. Bis 2020 sollen so insgesamt 400 neue Schnellladestationen vor allem in Deutschland, Österreich und Norwegen errichtet werden.

Der Ausbau dieses Lade-Netzes ist zwingend erforderlich, damit Elektroautos wirklich langenstreckentauglich werden und besser verkauft werden können. Noch in diesem Jahr möchte Ionity 20 Stationen an Autobahnen und Hauptverkehrsachsen aufbauen. Hierbei handelt es sich um ein Joint Venture von BMW, Daimler, Ford und VW, dessen Gründung schon Ende 2016 angekündigt wurde. Im kommenden Jahr erhöhe sich diese Zahl laut Angaben des neuen Joint Ventures auf über 100, im Jahr 2020 gäbe es dann schon ganze 400 Schnellladestationen. Das Netz soll öffentlich zugänglich sein.

Ladestationen vor allem im ländlichen Raum

Mit ihrem Joint Venture wollen die Autobauer ein großes Problem der Elektroautos lösen. Denn bisher sind die Ladestationen enorm rar, gerade in Deutschland ist das Netz kaum ausgebaut. Aus diesem Grund scheuen noch immer viele Käufer die Investition in ein E-Auto. Um die notwendige Infrastruktur für die effiziente Nutzung der elektrisch betriebenen Fahrzeuge zu schaffen, hat das Gemeinschaftsunternehmen Ionity einen genauen Plan entwickelt. So sollen sich die neuen, ultraschnellen Ladestationen in Zukunft in ganz Europa befinden, wobei der Abstand zwischen den einzelnen Tankstellen maximal 120 Kilometer betrage.

Dabei wird die Infrastruktur nicht in großen Städten, sondern bewusst auf Autobahnen und Hauptverkehrsachsen errichtet. Denn die Autobauer gehen davon aus, dass die Netzwerke in den Städten ohnehin errichtet würden, weil sich der Betrieb hier auch jetzt schon rentiere. Das sei allerdings in den ländlichen Regionen nicht der Fall, weshalb Ionity als Betreiber „nachhelfe“.

Imageaufbesserung durch Elektromobilität

Natürlich agieren BMW, Daimler, Ford und der VW-Konzern nicht selbstlos. Mit dem Joint Venture lösen sie aber das Problem mit der Henne und dem Ei. Denn die Verbraucher kaufen aktuell kaum Fahrzeuge mit alternativem Antrieb, weil sie befürchten, bei Fahrten über Land nicht rechtzeitig eine Ladesäule zu finden und dann entsprechend liegenzubleiben.

Ist die Infrastruktur erst geschaffen, steigen die Verkaufszahlen der E-Autos dann – so die Hoffnung der Autobauer. Das Jahr 2020 ist dabei als Zieljahr gewählt worden, weil ab dann noch striktere Abgaswerte für herkömmliche PKW gelten. Die derzeitigen Flotten der Automobilkonzerne würden diese Werte stark überschreiten. Damit die Umsätze trotzdem konstant bleiben, müssen also auch BMW, Daimler und Co. künftig Elektromobilität verkaufen. Zumal das auch dem durch den Diesel-Skandal ramponierten Image guttun dürfte.

Quellen: finanzen.net, n-tv, rundschau-online, sueddeutsche.de

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