Junge Deutsche haben kaum Finanzwissen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.07.2015

Um das Finanzwissen junger Leute ist es schlecht bestellt. Mehr als die Hälfte hat beispielsweise keine Ahnung von der Börse. Auch mit Begriffen wie „Rendite“ und „Europäische Zentralbank“ wissen viele nichts anzufangen. Nur jeder Zweite zwischen 14 und 24 Jahren findet, dass sich der Euro bisher bewährt hat. Dies geht aus einer Studie des Bankenverbands hervorgeht.

60 Prozent der 14- bis 24-Jährigen wissen nicht, was an der Börse geschieht. Dies geht aus einer neuen Studie zum Wirtschaftsverständnis und zur Finanzkultur junger Menschen hervor, welche die GfK-Marktforschung im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken durchgeführt hat. Neben großen Wissenslücken bei Finanzfragen fällt auf, dass die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht an die Zukunft des Euros zu glauben scheint.

Finanzwissen hat abgenommen

Mit dem Begriff „Rendite“ können 70 Prozent der jungen Menschen nichts anfangen. Dass die Europäische Zentralbank unter anderem für die Sicherung der Preisstabilität zuständig ist, wissen 73 Prozent nicht. Das mangelnde Finanzwissen geht mit fehlendem Interesse einher. So gab nur rund ein Fünftel der Befragten an, sich stark für Wirtschaft zu interessieren. 2009, wenige Monate nach Ausbruch der globalen Finanzkrise, lag dieser Anteil noch bei einem Drittel. Die komplexen und nur schwer verständlichen Krisenthemen würden sich offenbar auf das Wirtschaftsinteresse der jungen Generation durchschlagen, so die Erklärung des Bankenverbands.

Keine Zeit für eigene Geldangelegenheiten

Auch die eigenen Finanzen sind für junge Menschen offenbar kein großes Thema. Nur ein Drittel kümmert sich regelmäßig um seine Geldangelegenheiten. Viele nehmen sich für die Finanzplanung nicht die nötige Zeit. Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer kündigte angesichts dieser Ergebnisse an, dass sich der Bankenverband weiterhin stark für mehr ökonomische Bildung einsetzen werde. Grundlegende Wirtschaftskenntnisse seien die Voraussetzung, damit die nächste Generation Finanzfragen verstehe und sinnvolle Entscheidungen zur Geldanlage treffen könne.

Euro-Skepsis aber Zuversicht für die Zukunft

Kemmer warnte zudem davor, eine Generation von Euro-Skeptikern heranwachsen zu lassen. Der Grund: Nur 51 Prozent der jungen Leute finden, dass sich der Euro bisher bewährt hat. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft müssten hier um mehr Vertrauen werben, so der Bankenverband-Chef. Von der Schuldenkrise in Griechenland fühlen sich 15 Prozent der jungen Deutschen selbst betroffen. Die überwiegende Mehrheit (88 Prozent) blickt jedoch optimistisch in die Zukunft. 60 Prozent der Befragten bewerteten ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als gut, 29 Prozent betrachten sie sogar als „sehr gut“.

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