Erstmals Kartenzahlung beliebter als Bargeld

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.05.2019

Deutschland hängt am Bargeld: Das zeigt sich seit einigen Jahren vor allem im weltweiten Vergleich. Umso überraschender ist, dass 2018 erstmals die Kartenzahlung auf Platz 1 der Zahlungsweisen im Einzelhandel landete – wenn auch knapp.

Die Hauptgründe sind mehr Bequemlichkeit und Schnelligkeit, die sich vor allem durch die Möglichkeit des kontaktlosen Zahlens ergeben. Händler reagieren auf den Trend und statten ihre Kassen zunehmend mit modernen Technikgeräten aus. Fast die Hälfte plant, in naher Zukunft diesbezüglich aufzurüsten.

48,6 Prozent des Umsatzes wurden 2018 per Karte gezahlt

Die Kartenzahlung im Einzelhandel gewinnt auch in Deutschland an Priorität. 2018 wurden hierzulande 48,6 Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel mit Karte bezahlt – während das Bargeld in 48,3 Prozent der Fälle zum Einsatz kam. Die übrigen Prozent entfallen auf weitere Zahlungsarten wie beispielsweise per Gutschein oder auf Rechnung. Zwar ist dieses Ergebnis nur ein knapper Sieg für die bargeldlose Zahlung gegenüber dem klassischen Griff zu Schein und Münze, dennoch möchten Händler zunehmend in digitale Geräte investieren. Der Grund: Die Zahlungsart spart je nach verfügbarem Gerät Zeit und Aufwand an der Kasse.

44,8 Prozent der Händler wollen daher künftig im Bereich der Zahlungs-Infrastruktur aufrüsten. Im Vordergrund steht die Nachrüstung bezüglich der kontaktlosen NFC-Technologie, die Kunden bis zu einem gewissen Betrag die Kartenzahlung ohne PIN und Unterschrift erlaubt. Im Vorjahr wollten lediglich 33,8 Prozent der Händler in die technische Anpassung der Zahlungsmethoden investieren – so ergibt sich 2018 ein klarer Anstieg, der in direktem Zusammenhang mit der vermehrten Kartenzahlung steht.

Nachrüstung auch im Mittelstand sinnvoll

Auch mittelständische Unternehmen sollten laut Experten nachziehen, um dem Kunden die bequeme Alternative zum Bargeld zu ermöglichen. Aufgrund aktueller Gebührensenkungen ist das keine enorme finanzielle Belastung: So zahlen Händler bei einer Zahlung des Kunden per Girocard beispielsweise nur 0,2 Prozent an die Kreditwirtschaft. Zur Modernisierung der Payment-Infrastruktur gehört natürlich auch die Erweiterung der akzeptierten Karten. In einigen Discountern ist es daher bereits möglich, mit der sonst in Deutschland eher selten akzeptierten American Express Kreditkarte zu bezahlen.

Die aktuelle Umfrage zu Zahlungsmethoden im Einzelhandel im Jahr 2018 wurde durch das Handelsforschungsinstitut EHI aus Köln durchgeführt. Beleuchtet wurden insgesamt 435 Handelsunternehmen, der Gesamtumsatz lag bei 274 Milliarden Euro.

 Quelle: handelsblatt.com

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