Kfz-Steuer steigt: Darum zahlen einige PKW-Halter drauf

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.10.2018

Steuererhöhungen waren für 2019 eigentlich ausgeschlossen, wie die große Koalition in Berlin ankündigte. Doch durch einen neuen Messzyklus für Autos, die ab dem diesjährigen September erstmalig zugelassen wurden, steigt für manche Kfz-Halter die Kfz-Steuer.

Der Grund: Die neuen Zahlen orientieren sich näher am Alltagsbetrieb von Fahrzeugen. Außerdem spielt der CO2-Ausstoß eine Rolle bei der Ermittlung der Kfz-Steuer, die der Halter zu zahlen hat. Insgesamt führt dies zu Mehreinnahmen für den Bund, die rund 70 Millionen Euro betragen.

Erhöhung für Kfz-Anmeldungen nach dem 1. September 2018

Seit einigen Wochen müssen manche Fahrzeughalter in puncto Kfz-Steuer tiefer in die Tasche greifen. Haben sie ihr Auto nach dem 1. September 2018 zugelassen, berechnet sich die Steuer nämlich anhand eines neuen Messzyklus. Dieser wird mit „WLTP“ abgekürzt und steht für die „Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure“. Bisher wurde nach dem „NEFZ-Zyklus“, dem „Neuen Europäischen Fahrzyklus“, berechnet. Der neue Zyklus bringt den Kunden einen finanziellen Nachteil, denn er orientiert sich am tatsächlichen Verbrauch der Autos. Auch der Schadstoff-Ausstoß wird herangezogen. Gerade durch dessen Einfluss können die Steuerzahlungen in die Höhe schnellen. Bei Ottomotoren werden beispielsweise zwei Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum berechnet, bei Diesel-Motoren sind es 9,50 Euro pro 100 Kubikzentimeter. Noch nicht inbegriffen ist hier jeweils der CO2-abhängige Steuerbetrag. Der steuerfreie Grenzwert liegt bei 95 Gramm je Kilometer, bei einem höheren Schadstoff-Ausstoß werden zusätzliche zwei Euro fällig.

Unterschiede bringen Plus von 70 Millionen für den Bund

Wer jedoch vor dem 1. September 2018 die Kfz-Zulassung für ein identisches Fahrzeug erworben hat, zahlt deutlich weniger. In diesem Fall tritt nach wie vor der „NEFZ-Zyklus“ in Kraft. Nahezu absurde Abweichungen von bis zu 73,9 Prozent des Kfz-Steuerbeitrags für ein und dasselbe Auto sind die Folge. Besonders trifft es Fahrer des Peugeots 508 1.6: Vor dem 1. September angemeldete Autos schlagen mit 92 Euro, danach angemeldete PKW mit 160 Euro zu Buche. Aber auch für Halter des VW up! GTI sind die Unterschiede gravierend: 50 Euro vor dem 1. September 2018 stehen 86 Euro danach gegenüber. Insgesamt rechnet der Bund durch die Änderungen mit Mehreinnahmen von rund 70 Millionen Euro. Ob die aktuelle Berechnungsart für die Kfz-Steuer angesichts des neuen Messzyklus beibehalten wird, steht aber noch in den Sternen. Die Auswirkungen sollen nach zwölf Monaten Erfahrungszeit überprüft werden.

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