Kfz-Versicherungen: Streit um Telematik-Tarife

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.06.2018

Telematik-Tarife liegen bei Kfz-Versicherern im Trend. Die Idee: Wer vorsichtig und vorausschauend fährt, zahlt eine geringere Prämie als risikobereite Fahrer. Immer mehr Versicherer bieten solche Tarife an, wobei eine Smartphone-App, eine Box oder eine flache Scheibe im Auto die Fahrweise des Fahrers protokolliert.

Doch längst nicht alle Versicherungsunternehmen stehen dem Konzept offen gegenüber. Christoph Samwer, Chef des Berliner Digitalversicherers Friday, sagte kürzlich auf einer Konferenz der Süddeutschen Zeitung: „Autofahren hat mit Freude zu tun, aber eine Überwachung des Fahrstils durch Telematik-Tarife macht diesen Spaß zunichte.“ Das Unternehmen möchte die Kundenzufriedenheit vielmehr durch individuelle, passgenaue Tarife steigern statt durch Telematik.

Kollektivgedanke oder individuelle Tarife?

Bis zu 30 Prozent können Versicherungsnehmer mit Telematik-Tarifen sparen – wenn sie denn wirklich vorsichtig fahren. Das ist vor allem für junge Fahrer interessant, die ansonsten hohe Prämien für ihre Kfz-Versicherung zahlen müssten. Gegner der Telematik-Verträge führen jedoch an, dass diese gegen den Kollektivgedanken der Versicherung verstoßen. Dahinter steht die Idee, dass Versicherungsnehmer gemeinsam für Schäden bei Einzelnen aufkommen.


Generali-Manager Ulrich Rieger möchte dieses Argument jedoch nicht gelten lassen: „In der Kfz-Versicherung gibt es kein Versicherungskollektiv im eigentlichen Sinne.“ Schon jetzt würden sich die Beiträge der Kunden nach zahlreichen individuellen Faktoren wie etwa dem Alter, dem Fahrzeug oder dem Wohnort richten. Insgesamt mehr als 40 verschiedene Kriterien würden zum Preis einer Autoversicherung beitragen.

Preiskampf bei Autoversicherungen erwartet

Nicht nur der Konflikt um Telematik-Tarife beschäftigt die großen Versicherungen derzeit. Durch Carsharing und selbstfahrende Autos stehen die Unternehmen vor großen Veränderungen – mit positiven Folgen für Kunden. Experten wie etwa R+V-Manager Jan Dirk Dallmer gehen davon aus, dass der Preiskampf in der Branche zunehmen wird: „Bei dem harten Wettbewerb in unserer Branche wird das sofort negativen Einfluss auf die Prämien haben.“

Für Versicherungsnehmer lohnt es sich daher, den eigenen Versicherungstarif regelmäßig zu überprüfen und mit anderen Policen zu vergleichen. So lassen sich mitunter hunderte Euro pro Jahr sparen.

Quelle: Süddeutsche

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