Kindergelderhöhung: Auszahlung erst im Herbst

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.07.2015

Im Frühjahr dieses Jahres beschloss die Bundesregierung eine Kindergelderhöhung – und zwar rückwirkend ab Januar 2015. Doch Eltern müssen sich weiterhin gedulden: Frühestens ab September können sie mit einer Nachzahlung der erhöhten staatlichen Leistungen rechnen, teilte die zuständige Bundesagentur für Arbeit mit. Familienverbände üben Kritik an der Handhabung.

Was zunächst große Freude bei deutschen Familien auslöste, verlangt diesen nun vor allem eins ab: Geduld. Die zum 1. Januar rückwirkend beschlossene Kindergelderhöhung von vier Euro je Kind werden Eltern wohl frühestens ab Herbst auf ihrem Girokonto sehen. Dies teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg mit, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Schrittweise Kindergelderhöhung: Erste Auszahlung spätestens ab Oktober

„Die Nachzahlung seit Januar 2015 erfolgt in einem Betrag spätestens ab Oktober 2015“, heißt es vonseiten der Bundesagentur für Arbeit. Bis dahin will die für die Zahlung von Kindergeld zuständige Familienkasse den 8,9 Millionen Berechtigten die erhöhten Kindergeldbeträge auf ihre Konten überwiesen haben. Im Frühjahr hatte sich die Bundesregierung darauf verständigt, das Kindergeld rückwirkend um vier Euro monatlich je Kind anzuheben. Das geplante Familienpaket sieht für Januar 2016 eine weitere Kindergelderhöhung von zwei Euro pro Kind vor. Insgesamt bedeutet dies, dass ab nächstem Jahr für die ersten beiden Kinder monatlich 190 Euro ausgezahlt werden, für das dritte Kind 196 Euro und für jedes weitere Kind 221 Euro.

Kritiker halten Kindergelderhöhung für zu gering

Doch nicht bei allen stößt die erste Kindergelderhöhung seit 2010 auf Begeisterung. Einige Politiker kritisieren die Anhebung der staatlichen Leistung als zu gering. „Das sogenannte Familienpaket ist bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein“, wird etwa die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Katja Dörner im „Handelsblatt“ zitiert. Vor allem auf Hartz-IV-Leistungen angewiesene Familien, die Unterstützung besonders nötig hätten, würden dabei leer ausgehen“, rügt sie. Im Fall Hartz-IV-Empfängern wird das Kindergeld voll als Einkommen angerechnet, weshalb eine Kindergelderhöhung diesen Haushalten nur wenig bringt. „Eine tatsächlich familienfreundliche Politik lässt sich in diesem Paketchen nicht erkennen.“

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