Studie zeigt große Kluft zwischen Armut und Reichtum

Zuletzt aktualisiert am 09.10.2019

Eine Studie offenbart, dass die Reichen in Deutschland durch den Immobilien-Boom und das Wirtschaftswachstum zwar immer vermögender werden; auf der anderen Seite steht jedoch die untere Schicht, die im Jahr 2016 noch weiter zurückfiel.

In Ostdeutschland waren die Differenzen zwischen Topverdienern und der unteren Einkommensschicht besonders spürbar. Lösungsvorschläge für die weit auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich umfassen beispielsweise einerseits höhere Mindestlöhne, andererseits höhere Steuern auf umfangreiche Erbschaften und Kapitalerträge.

16,7 Prozent arme Haushalte

Im wahrsten Sinne des Wortes als Armutszeugnis können die Ergebnisse einer aktuellen WSI-Studie bezeichnet werden. Diese zeigen nämlich: Die Differenz zwischen der wohlhabenden Schicht und der unteren Schicht in Deutschland wird immer größer. Das deutsche Vermögen nahm vor allem durch den Immobilien-Boom drastisch zu. So sorgten innerhalb von zehn Jahren fast doppelt so hohe Immobilienpreise für gefüllte Taschen – allerdings vorwiegend bei den ohnehin reichsten zehn Prozent der Bevölkerung.

Insgesamt galten 16,7 Prozent der Haushalte trotz des Booms und steigender Löhne in Deutschland im Jahr 2016 als „arm“ - verfügten also per Definition über weniger als 60 Prozent des Mitteleinkommens. Sechs Jahre zuvor waren es noch nur 14,2 Prozent. Wer zu den zehn Prozent an der unteren Grenze des Einkommens gehörte, fiel 2016 laut Studie meist noch weiter zurück: Nach Abzug der Inflation stand sogar weniger Geld zur Verfügung als im Jahr 2010. Vom durchgehenden Wirtschaftswachstum profitierte daher vor allem der Mittelstand. Und: Insbesondere in Ostdeutschland war die Differenz zwischen Mindest- und Topeinkommen auffallend hoch.

Ungleichheit in Studie dargelegt

Die Studie wurde durch das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) durchgeführt. Dieses gehört zur bekannten und gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Da verwundert nicht, dass seitens der Stiftung gleich Vorschläge kommen, wie die große Differenz verschmälert werden kann. So stehen einerseits höhere Steuern auf Einnahmen durch Kapitalerträge oder hohe Erbschaften, andererseits mehr Mindestlohn auf der Liste. Die Studie der WSI ist nicht die erste dieses Jahres, die Ungleichheiten in Bezug auf die Vermögensverteilung aufdeckt.

Schon die Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigte, dass mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung gehören. Dagegen verfügte die Hälfte der Unterschicht lediglich über insgesamt 1,3 Prozent des Vermögens.

Quelle: faz.net

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