Kommunen kommen im Kanzleramt zum Abgas-Gipfel zusammen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.09.2017

Bürgermeister aus rund 30 besonders Schadstoff-belasteten Städten treffen sich am Montagvormittag im Kanzleramt, um nach Lösungen zu suchen. Den Kommunen ist es besonders wichtig, ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge zu vermeiden. Das Hauptziel der Kommunen ist es, mehr Fördergelder vom Bund ausgeschüttet zu bekommen. Sie erhoffen sich, davon allem voran den öffentlichen Personennahverkehr besser ausbauen zu können. Die Betroffenen sind sich einig: Für eine zufriedenstellende Lösung muss der Bund den Kommunen unter die Arme greifen.

Mitten im Wahlkampf kommt es zu erneuten Unruhen im Dieselskandal. Bürgermeister von 30 äußerst belasteten Städten treffen die Kanzlerin, um mehr Unterstützung vom Bund zu verlangen. Unter diesen Städten befinden sich etwa Heilbronn, Kiel, Köln und Düsseldorf. Die Stickoxid-Werte in den Städten müssen dringend gesenkt werden, ein Fahrverbot sehen die Betroffenen allerdings trotzdem nicht als Lösung. Neben den Bürgermeistern kommen auch die Regierungschefs einiger Länder zum Abgas-Gipfel dazu.

Verantwortliche peilen verschiedene Lösungen an

Der Knackpunkt für die Diskussion wäre die steigende finanzielle Unterstützung des Bundes für die Kommunen und Länder. Städtetags-Präsidentin Eva Lohse weiß, dass dadurch die Umstellung auf umweltfreundlicheren Verkehr durchaus schneller vonstattengehen könnte. Die Modernisierung der städtischen Fahrzeug-Flotte wäre neben dem Ausbau des ÖPNV ein wichtiger Schritt. Busse und Müllwagen mit besseren Antriebssystemen wären ein Schritt in die richtige Richtung, doch auch bessere Fahrradwege könnten die Bürger dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen. Angeblich soll der Bund den Städten 500 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um Elektrobusse- und autos anzuschaffen und so die Verschmutzung zu bekämpfen.

Auch Automobilindustrie wird in Verantwortung genommen

Die Städtetags-Präsidentin macht auch darauf aufmerksam, dass die Autoindustrie bei der Reduzierung in die Pflicht genommen werden muss. Sie bezieht sich auf die verfälschten Angaben der Autohersteller, die auch neue Dieselmodelle betreffen. Die Hersteller selbst lehnen derweil Umbauten an der Hardware der Autos ab. Lediglich Software-Updates für neue Dieselmodelle stehen auf der Agenda. Darüber hinaus soll die Autoindustrie die Hälfte zu dem 500 Millionen Euro starken Fond beisteuern. Laut Studien sind neun von zehn Diesel-Pkw mit der neuesten Schadstoffklasse schmutziger, als bei Labor-Tests ermittelt wurde.

Quellen: Spiegel, n-tv

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!