Konsumklima in Europa verschlechtert sich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.04.2016

Das Konsumklima in Europa hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 eingetrübt. Wie die Ergebnisse einer regelmäßigen GfK-Studie zeigen, sind Verbraucher vor allem in Hinblick auf die Entwicklung der Konjunktur und ihrer Einkommen skeptisch. Die weltpolitische Lage trägt zur Verunsicherung bei.

Im ersten Quartal 2016 hat das europäische Konsumklima leicht nachgelassen und erreicht mit einem Rückgang von 3,2 Punkten einen Wert von 9. Das zeigen die Ergebnisse der regelmäßigen Befragung von 40.000 Verbrauchern in 28 Ländern, die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchführt. Viele der Befragten schätzen die Konjunktur sowie die Entwicklung ihres Einkommens stagnierend oder negativ ein.

Schlechteres Konsumklima: Verbraucher sind verunsichert

Zu einer Eintrübung beim Konsumklima hat laut GfK die gesamtpolitische und -wirtschaftliche Situation beigetragen: Da die Konjunktur einiger Schwellenländer schwächelt und die Flüchtlingskrise andauert, fühlen sich viele Verbraucher verunsichert. Möglicherweise sind auch der eventuelle EU-Austritt Großbritanniens sowie die Terrorgefahr in Europa weitere Faktoren, die die Stimmung der Verbraucher trüben.

Vor allem die Erwartungen an Konjunktur und Einkommen haben sich in Europa schwach entwickelt. In Griechenland erreicht die Konjunkturerwartung den niedrigsten Stand seit April 2012 und auch in Spanien, Italien und den Niederlanden ist dieser Wert rückläufig. In Großbritannien blicken die Verbraucher vor allem angesichts des drohenden Brexits skeptisch auf die konjunkturelle Entwicklung. In Frankreich werden aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit zudem auch sinkende Löhne und Gehälter erwartet.

Deutsche erwarten schwächelnde Konjunktur, aber steigendes Einkommen

Auch die Erwartungen der Deutschen an das Wirtschaftswachstum haben deutlich nachgelassen: Im März 2015 lag der Wert für die Konjunkturerwartung bei 36,8 Punkten, ein Jahr später nun bei lediglich 0,5 Punkten. Seit Dezember 2015 ist damit ein Minus von 1,4 Punkten zu verzeichnen. Die Einkommenserwartung befindet sich dagegen weiterhin auf einem hohen Niveau: Der Wert von 50,5 Punkten ist seit Dezember kaum gesunken und liegt auch nur geringfügig unter dem Vorjahreswert. Die deutschen Verbraucher rechnen also trotz geringer Erwartungen an die Wirtschaftslage weiterhin mit steigenden Löhnen und Gehältern auf ihrem Girokonto. Dementsprechend verbleibt auch ihre Anschaffungsneigung auf einem hohen Niveau.

Quelle: GfK

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