Kontogebühren kosten Sparkassen junge Kunden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.11.2016

Viele Sparkassen und VR-Banken erheben ab einem bestimmten Zeitpunkt Kontogebühren bei ihren Kunden, weil diese nicht mehr die Sonderkonditionen eines Jugendkontos erhalten. Für die Kunden bedeutet das häufig einen Wechsel zu Direktbanken, die oft gebührenfreie Girokonten anbieten.

Mit Kontogebühren sorgen Geldinstitute wie die Sparkassen und die VR-Banken dafür, dass immer mehr junge Kunden abwandern, sobald sie nicht mehr von Vergünstigungen profitieren. Das zeigt eine Umfrage der Stuttgarter Unternehmensberatung MM1, über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Bei Direktbanken finden Berufseinsteiger oft attraktivere Konditionen für ein Girokonto.

Kontogebühren wirken abschreckend

Mit Geschenken zum Weltspartag, speziellen Jugendkonten oder dem „Knax-Klub“ versuchen Sparkassen, junge Kunden zu gewinnen. Das gelingt auch häufig: In der MM1-Umfrage erklärten 87 Prozent der 18-Jährigen, ihr Konto bei einer Sparkasse oder VR-Bank zu haben. Einige Jahre später sieht das aber schon ganz anders aus: Bei den 27- bis 37-Jährigen waren nur noch 48 Prozent mit ihrem Konto bei einem dieser Geldinstitute. Dagegen konnten andere Filialbanken ihren Marktanteil im Altersgruppenvergleich von 17 auf 29 Prozent erhöhen, Direktbanken legten sogar von 0 auf 23 Prozent zu. Auslöser waren vor allem die Kontogebühren der Sparkassen und VR-Banken: Ehemalige Kunden gaben als Grund für den Wechsel an, dass ihr Konto gebührenpflichtig wurde, nachdem es zuvor für sie kostenlos gewesen war.

Direktbanken sind beliebt bei Berufseinsteigern

Es sind also vor allem junge Berufsanfänger, die nicht mehr von den Vergünstigungen für Studenten oder Kunden bis zu einer bestimmten Altersgrenze profitieren, sondern plötzlich Kontogebühren zahlen müssen. Gerade diese Gruppe ist aber eigentlich attraktiv für die Institute, denn es beginnt ein regelmäßiger Gehaltseingang und bald steht vielleicht sogar eine Baufinanzierung an. Rainer Lindenau von MM1 macht deutlich, dass die Institute sich der Konkurrenz in Gestalt von Direktbanken nicht einfach ergeben sollten: „Solange Wettbewerber kostenfreie Girokonten anbieten, kommen Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken nicht umhin, für junge Berufstätige auch vergleichbare Angebote auf den Markt zu bringen“, kommentiert er.

Quelle: FAZ

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