Kostenfaktor Pflege: Rekordausgaben im Gesundheitssektor

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.02.2017

Laut der jüngst veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde mit 344,2 Milliarden Euro im Jahr 2015 der Rekord für die allgemeinen Gesundheitskosten geknackt. Diese Summe bedeutet einen Ausgabenanstieg um 101,8 Milliarden oder 41,9 Prozent seit 2005. Während die Krankenkassen die Zusatzbelastung aber durch höhere Einnahmen ausgleichen können, liegt die Krux in der Pflegeversicherung.

Die Gesundheitskosten befinden sich mit 344,2 Milliarden Euro auf einem Rekordhoch: 2015 wurden in diesem Sektor laut Statistischem Bundesamt 101,8 Milliarden mehr ausgegeben als noch zehn Jahre zuvor – eine Steigerung von 41,9 Prozent. Die gesetzlichen Krankenkassen schreiben dennoch eine positive Bilanz mit deutlichen Überschüssen, was den gestiegenen Einnahmen geschuldet ist. Die Pflegeversicherungen als am stärksten kostenverursachender Zweig werden stattdessen zum Sorgenkind.

Leistungsverbesserungen in der Pflege und höhere Lebenserwartung

Diese Entwicklung des Gesundheitssystems ist bemerkenswert, da es seit den 1980er-Jahren gelungen war, die Ausgaben im Gesundheitssektor bei zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts zu halten. Nun wachsen diese Kosten schneller als das BIP: Die Belastung von 4.213 Euro pro Bundesbürger bedeutet einen Anteil von 11,3 Prozent an der gesamten Volkswirtschaft. Hauptverursacher ist dabei ganz klar die Pflegeversicherung. Hier stiegen die Ausgaben sogar um 56,4 Prozent. Alleine zwischen 2014 und 2015 nahmen die Kosten im Pflegebereich doppelt so stark zu wie alle weiteren Gesundheitsausgaben.

Die entscheidenden Gründe dafür machen die gestiegene Durchschnittslebenserwartung sowie der demografische Wandel aus, die letztlich auch eine Zunahme der Zahl der Pflegebedürftigen bedeuten. Ebenfalls ein bedeutender Faktor sind die generell verbesserten Versicherungsleistungen. Da zum Jahresbeginn bereits weitere Maßnahmen zum Ausbau in Kraft getreten sind, ist laut Gesundheitsökonomen allein für dieses Jahr mit zusätzlichen Ausgaben von sieben Millionen Euro zu rechnen. Das könnte, je nach Pflegestufe, letztendlich individuelle Beitragssteigerungen von bis zu 60 Prozent bedeuten.

Betroffene sind nur zögerlich bereit, privat zu investieren

Bei dieser Ausgangslage sollten sich Versicherungsnehmer nicht alleine auf die gesetzlichen Versicherungen verlassen und stattdessen selbst für den Fall der Pflegebedürftigkeit vorsorgen. Schließlich kostet alleine ein Pflegeheimplatz mehr als 4.000 Euro pro Monat. Je nach Pflegegrad kann es außerdem trotz teureren Beiträgen zu geringeren finanziellen Leistungen kommen. Tatsächlich sind die Gesundheitsausgaben privater Haushalte in den letzten zehn Jahren gestiegen, allerdings lediglich um 29 Prozent. Hier sind umfangreichere finanzielle Überlegungen von Nöten, die auch der persönlichen Rente angepasst werden sollten.

Quellen: Handelsblatt.com, Focus.de, Tagesspiegel.de, Asscompact.de

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