Kostenlose Girokonten werden zur Rarität

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.01.2017

„Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei.“ - das behauptet zumindest der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Die Kontoführung wird nicht mehr als selbstverständlich, sondern als aktive Dienstleistung der Bank verstanden. Außerdem müssen die Geldinstitute ihre eigenen Erträge ebenfalls verbessern. Einige Banken kündigten deshalb an, die Kontoführungsgebühren 2017 noch einzuführen - und das für jede Art von Konto. Es wird wohl auf zwei unterschiedliche Bezahlmodelle zurückgegriffen werden.

Die Stiftung Warentest untersuchte 241 Kontomodelle von 104 Banken. Davon waren nur 25 Konten ohne Einschränkung kostenlos. Diese Anbieter waren größtenteils Direktbanken, die nicht auf eigene Filialen angewiesen sind und somit weniger Kosten zu tragen haben. Die Postbank, eines der größten deutschen Bankenhäuser, schaffte das Gratiskonto bereits am 1. November 2016 ab. Die Kreissparkasse Köln sowie die Sparda Banken in Münster, Hamburg und Hessen kündigten bereits an, 2017 das Gratiskonto abzuschaffen.

Zwei verschiedene Bezahlmodelle sollen den Banken Geld bringen

Angeblich arbeiten die Geldhäuser an zwei unterschiedlichen Modellen, die wieder Geld in die Kassen spülen sollen. Die erste Variante ist eine Flatrate, also eine feste monatliche Gebühr, die alle Arten von Transaktionen beinhaltet. Die zweite Variante ist, dass jeder Bankvorgang einzeln abgerechnet wird. Das würde bedeuten, dass Überweisungen und Geldabheben am Automaten mit einer Gebühr belastet werden.

Ein besonderes Beispiel der Geldeinnahme bot die Sparkasse Soest: Die Bank rechnete für jeden Klick im Online-Banking eine kleine Gebühr ab. Sie begründete es damit, dass hinter jeder Aktion ein technischer Vorgang steckt, der vergütet werden sollte. Bei den Direktbanken sind sich Experten allerdings sicher, dass diese vorerst weiterhin kostenlos bleiben.

Das traditionelle Girokonto: Faktoren, die die Kontowahl beeinflussen

Die Kontoführungsgebühr ist im Girokonto-Vergleich ein wichtiger Faktor bei der Wahl des richtigen Kontos. Außerdem legen Kunden viel Wert auf ein dichtes Automatennetz. Auch hier haben Direktbanken einen Vorteil, da Kunden bei jedem öffentlichen Geldautomaten meist gebührenfrei Geld abheben können.

Allerdings fällt bei Direktbanken der Service- und Beratungsaspekt weg, der bei klassischen Geldhäusern noch immer großgeschrieben wird. Damit begründen diese auch die Erhebung der Gebühren: Der Service soll nicht weiter leiden.

Quelle: FAZ

Aktuelle News

Armuts- und Reichtumsbericht zeigt gespaltenes Land
Armuts- und Reichtumsbericht zeigt gespaltenes Land
Es ist das Bild einer gespaltenen Gesellschaft, das der mehrere hundert Seiten starke Armuts- und Reichtumsbericht jetzt zeigt. Der Entwurf lobt die wirtschaftliche Lage Deutschlands, warnt jedoch gleichzeitig...
Strompreiserhöhung: Eon zieht nach
Strompreiserhöhung: Eon zieht nach
Schon zum Jahreswechsel hatten zahlreiche Grundversorger die Strompreise angezogen. Nach 66 anderen Energieunternehmen kündigt jetzt auch Eon eine Preiserhöhung ab Mai an – insbesondere in Bayern soll...
Rente: Anstieg im Juli um bis zu 3,6 Prozent
Rente: Anstieg im Juli um bis zu 3,6 Prozent
Eine Wirtschaft im Aufschwung und Lohnsteigerungen bringen auch Senioren ein deutliches Rentenplus. Zum ersten Juli erwarten über 20 Millionen Rentner höhere Altersbezüge. Zudem schmilzt die Lücke zwischen...

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!