Krankenkassen erwirtschaften einen Milliardenüberschuss

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.02.2017

Nach dem Jahr 2016 können die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ein Gesamtplus von 1,4 Milliarden Euro verzeichnen. Damit steigt die gemeinsame Finanzreserve auf gute 15 Milliarden. Diese Verlautbarung des GKV-Spitzenverbandes bedeutet den Verzicht auf einer Steigerung der Zusatzbeiträge für Millionen Versicherte in Deutschland.

Gute Nachrichten für 55 Millionen Kassenmitglieder: Im letzten Jahr konnten die gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von satten 1,4 Milliarden Euro erwirtschaften, was einen Anstieg des gemeinsamen Polsters auf 15 Milliarden bedeutet. Dieses finanzielle Plus wird indirekt an die Versicherten weitergegeben.

Durchschnittssatz für Zusatzbeiträge muss nicht angehoben werden

Die erfreulichen Zahlen dürften die zahlreichen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland erleichtert aufatmen lassen. Denn noch im Sommer letzten Jahres hatte der GKV-Spitzenverband merklich steigende Zusatzbeiträge angekündigt, um die steigenden Kosten auszugleichen. Statt 1,1 Prozent durchschnittlichem Zusatzbeitragssatz hätten Versicherte dann mit 1,3 oder sogar 1,4 Prozent rechnen müssen. Dass es nun doch nicht dazu kommen wird, liegt in erster Linie an der starken Konjunktur, den gestiegenen Löhnen und der generell positiven Beschäftigungssituation.

Die dadurch erwirtschafteten Beiträge schaffen es, die erhöhten Kosten durch eine generelle Leistungsverbesserung und die Ausgaben für Medikamente sowie medizinisches Personal auszugleichen. GKV-Sprecher Florian Lanz weist entsprechend darauf hin, dass die gute Finanzlage unbedingt zu Strukturverbesserungen im Gesundheitssystem genutzt werden muss, um die Versicherten auch langfristig nicht stärker zu belasten. Anpeilen will er dabei vor allem verbesserte Preise für Medikamente sowie eine Optimierung der Klinikprozesse.

Mitglieder privater Krankenversicherungen ziehen den Kürzeren

Von dieser Entwicklung profitieren allerdings ausschließlich die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer privat versichert ist, muss nach wie vor mit einem kontinuierlichen Anstieg der Beiträge rechnen. Dabei ist es in diesem Bereich in den letzten Jahren schon zu einer Steigerung im zweistelligen Bereich gekommen.

Das bedeutet, dass vor allem Familien mit einer immer höher werdenden finanziellen Belastung rechnen müssen. Denn in der PKV sind Kinder im Gegensatz zur GKV nicht ohne Zusatzkosten familienversichert. Stattdessen müssen Eltern für ihre Sprösslinge separate Beiträge zahlen. Hinzu kommt, dass viele Ärzte von privat Versicherten teils entschieden höhere Honorare fordern. Dementsprechend wird der seit Jahren bestehende Trend zum Wechsel in die gesetzlichen Krankenkassen wohl so schnell nicht abreißen.

Quellen: Focus.de, Bild.de, Aerzteblatt.deManager-Magazin.de

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