Krankenkassen erzielen Überschuss von 2,5 Milliarden Euro

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.11.2017

Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre Überschüsse im Jahr 2017 auf einen Betrag von 2,5 Milliarden Euro erhöht. Dadurch würden die Rücklagen aller Krankenkassen auf einen neuen Rekordwert steigen, der bei mehr als 18 Milliarden Euro liege. Dennoch sei die Situation vieler Kassen weiterhin prekär und es sei nicht mit einer Senkung der Beiträge zu rechnen.

Schon zur Jahresmitte hatten die Krankenkassen einen Überschuss von 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Bis September sei laut dem FAZ-Bericht vom Donnerstag eine weitere Milliarde hinzugekommen. Verteilt werde dieser Überschuss vor allem auf die Allgemeinen Ortskrankenkassen (1,1 Milliarde Euro) und die Ersatzkassen, die rund 900 Millionen Euro mehr einnahmen, als sie ausgeben mussten.

Hohe Rücklagen vor allem bei der AOK

Alle 113 gesetzlichen Krankenkassen zusammen kommen laut der FAZ aktuell auf eine Rücklage von 18 Milliarden Euro, auch weil das Jahr 2017 bisher hohe Beitragszahlungen in die Kassen gespült hätte. Hinzu komme noch die Finanzreserve des Gesundheitsfonds, die bis zum Jahresende bei weiteren 8,5 Milliarden Euro liegen solle. So würden alleine die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) auf einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro kommen.

Begründet ist dieser Anstieg laut Martin Litsch, Bundesvorsitzender der AOK, vor allem in einem „starken Versichertenwachstum bei sehr moderatem Ausgabenanstieg.“ Denn durch den robusten Arbeitsmarkt zahlen mehr und mehr Versicherungsnehmer in die Krankenkassen ein, die Krankheitsfälle an sich würden aber nicht ansteigen. Trotzdem warnt Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands, die guten Zahlen dürfen nicht über die aktuell prekäre Gesamtsituation der Krankenkassen hinwegtäuschen: „Insgesamt ist genug Geld da, aber es wird falsch verteilt.“ So sei eine Reform der Finanzverteilung des Gesundheitsfonds in seinen Augen zwingend notwendig.

Geringe Entlastung der Versicherungsnehmer

Trotz der guten Zahlen dürften sich Beitragszahler aktuell auf keine wesentlichen Entlastungen beim Krankenversicherungsbeitrag einstellen. Doch schon im Oktober wurde bekannt, dass zumindest der Zusatzbeitrag von 1,1 auf 1,0 Prozent sinken solle. Allerdings nehmen längst nicht alle Kassen die Absenkung vor, sodass Versicherungsnehmer unter Umständen mit einem Wechsel der Versicherung Geld sparen können – wenn auch nur minimal.

Quellen: Spiegel Online, n-tv

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!