Kreditkarten im Test: Premium-Modelle überzeugen nicht

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.09.2018

Nahezu jede Haus- und Online-Bank bietet ihren Kunden Kreditkarten an. Ein aktueller Test der Stiftung Warentest ergab jetzt: Selbst auf den ersten Blick kostenfreie Modelle schlagen meist mit Gebühren bei Auslandseinsätzen oder zusätzlichen Kosten bei Bargeldabhebung zu Buche. Gerade die für Reisende scheinbar prädestinierten Premium-Modelle mit Reiseversicherung konnten in den Tests von 2017 und 2018 nicht überzeugen.

Doch nicht nur die Leistungen der Kreditkarten selbst, auch ihre Abrechnungsart war wenig zufriedenstellend. So vergaßen einige Banken, auf der Abrechnung Zusatzkosten wie die Bezahlgebühr im Ausland aufzulisten. Weiterhin enthielten fast alle Abrechnungen nicht erklärte Fachbegriffe.

Standard-Modelle kosten rund 30 Euro im Jahr

Die Kreditkarten selbst wurden hinsichtlich zweier, potenzieller Einsatzvarianten überprüft. Es handelte sich um unabhängige Modelle und auch um Standardkreditkarten von der Hausbank. Eine Prüfung umfasste den hauptsächlichen Einsatz bei Online-Käufen, eine andere hatte den Auslandseinsatz auf Reisen im Fokus. Das Ergebnis: Kreditkarten der Hausbank sind generell wenig empfehlenswert, da die Jahresnutzungsgebühr allein schon rund 20 bis 30 Euro beträgt und nur bei hohen Umsätzen erlassen wird. Diese Gebühr kam unabhängig vom Einsatzgebiet zustande. Hinsichtlich des „Reisetests“ fielen die Abhebegebühren im Ausland ebenfalls negativ auf; so kam zu den üblichen Gebühren mit einem Festbetrag meist ein Aufschlag von durchschnittlich 1,75 Prozent. Zwischen 20 und 35 Euro müssen allein für diese Gebühren jährlich bezahlt werden.

Reiseschutz bei Premium-Modellen überzeugt kaum

Nun kommt logischerweise der Gedanke auf, dass spezielle Premium-Kreditkarten für Reisende besser geeignet sein könnten. Der Test zeigt aber, dass das nicht der Fall ist. Zwar werden umfangreiche Zusatzleistungen wie Reiseversicherungen angeboten, allerdings weisen diese bei vielen getesteten Premium-Karten erhebliche Mängel auf. So sind nur einige Aspekte des Reiseschutzes enthalten oder die Gebühr ist im Verhältnis zu den angebotenen Leistungen zu hoch. Andere Premium-Karten bedingen, dass im Fall eines Reiserücktritts eine Gebühr für den Kunden fällig wird, sodass sie bei krankheitsbedingter Absage wenig attraktiv erscheinen. Alles in allem kommt die Stiftung Warentest daher im aktuellen Vergleich zu dem Schluss, dass auch reisefreudige Kunden mit einem Standard-Kreditkartenmodell besser bedient sind. Bei Bedarf kann der Reiseschutz separat dazugekauft werden – die Gebühren sind in den meisten Fällen trotzdem noch geringer.

Quelle: test.de

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