Kreditkarten: Mehrwert von Zusatzleistungen gering

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.11.2016

Zusatzleistungen zur Kreditkarte sind schon lange kein Privileg von Superreichen mit Platinkarten mehr. Allerdings fallen die Angebote für Normalsterbliche deutlich weniger glamourös aus und beschränken sich meist auf Versicherungen und Einkaufsvorteile. Daher überrascht es wenig, dass viele Kreditkartenkunden darin keinen Mehrwert sehen.

Statt eines rund um die Uhr erreichbaren Concierge-Services oder ähnlichen Angeboten beschränken sich Zusatzleistungen für die breite Masse der Kreditkartenbesitzer auf Bonusprogramme oder Einkaufsvorteile. Auch die Kopplung von bestimmten Versicherungen sollen dem Durchschnittskunden einen Mehrwert bieten. Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Projekts „Marktwächter“ der Verbraucherzentralen zeigt nun allerdings, dass ein Großteil der Verbraucher auf diese Zusatzleistungen keinen Wert legt.

Nur ein Viertel der Befragten sieht Mehrwert in Einkaufsvorteilen

„Umfangreiche Versicherungspakete als Beigabe zur Kreditkarte sind mir egal“, antworteten 44 Prozent der Befragten. Ähnlich skeptisch stehen deutsche Verbraucher den Einkaufsvorteilen gegenüber, die viele Anbieter an ihre Kreditkarten koppeln. Nicht einmal ein Viertel der Befragten sieht hierin einen Mehrwert und freut sich über die Angebote, deutlich mehr Verbraucher, nämlich 37 Prozent, können mit diesen Programmen dagegen nicht viel anfangen und würden darauf auch verzichten. „Einkaufsvorteile, die einige Kreditinstitute mit ihren Karten kombinieren, werden häufig sogar abgelehnt“, erklärt Carmen Friedrich vom „Marktwächter Finanzen“. Aus reiner Nächstenliebe stellen die ausgebenden Institute die Zusatzleistungen nicht bereit, dahinter stecken vielmehr wirtschaftliche Interessen, die sich möglicherweise auch in den Gebühren widerspiegeln. „Viele Verbraucher bezahlen diese Leistungen, obwohl sie keinen Wert auf derartige Zusätze legen“, stellt Verbraucherschützerin Friedrich fest.

Gebühren für Kreditkarten und Zusatzleistungen sind oft wenig transparent

Vor allem Reise- und Rechtsschutzversicherungen werden dem Marktwächter Finanzen zufolge oft an das Plastikgeld gebunden. Aber auch Internetkäuferschutz-, Warenschutz- und Unfallversicherungen würden häufig in Kombination mit einem Kreditkartenvertrag angeboten. Für welche Leistungen sie letztendlich Gebühren zahlen und ob diese ihnen tatsächlich einen Mehrwert bieten, ist vielen Verbrauchern anscheinend nicht ganz klar. Nur knapp ein Drittel der Befragten empfindet die Preismodelle der Kartenanbieter als transparent und nachvollziehbar. Gut möglich also, dass Kreditkartenbesitzer für Leistungen zahlen, die ihnen keinen Mehrwert bieten. „Deshalb ist es wichtig, dass sich Verbraucher zuerst überlegen, was sie von einer Kreditkarte oder einem Girokonto erwarten und auch mühsam das Kleingedruckte lesen, um herauszufinden, wofür sie tatsächlich ihr Geld ausgeben“, rät Verbraucherschützerin Friedrich den Kunden.

Quelle: Marktwächter Finanzen

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