Kritik an der geplanten Grundrente

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.02.2019

Arbeitsminister Hubertus Heil möchte Rentnern in der Grundsicherung aushelfen. Wer mindestens 35 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt oder beispielsweise Kinder erzogen hat, soll 900 Euro erhalten. Doch das Konzept stieß auf Kritik.

So seien die Forderungen weder abgesprochen noch realistisch; Rentner kämen bereits mit einem geringeren Beitrag über die Runden. Auch sei eine vorherige Bedarfsprüfung unabdingbar, auf die Heil hingegen verzichten möchte.

Heils Forderung: Eine Grundrente von 900 Euro

Die Grundrente soll Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, honorieren – durch mehr Geld und weniger Altersarmut. 900 Euro monatlich sollen für jene Rentner verfügbar sein, die 35 Jahre und mehr gearbeitet bzw. in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Hunderttausende Rentner wären von der Änderung betroffen. Doch Arbeitsminister Hubertus Heil scheint es zu gut zu meinen. Sein Konzept für die Grundrente stieß auf Kritik, da es sich weit über den Vorstellungen der Großen Koalition bewegt. Diese forderte zehn Prozent mehr für Menschen, die jahrelang im Arbeitsleben standen, bedürftige Angehörige pflegten oder Kinder erzogen haben. Heils Idee übersteigt diese Zahl.
15 Milliarden zusätzliche Kosten im Jahr kämen auf den Staat zu, würde das Konzept von Heil umgesetzt. Zu viel, sagen Kritiker – finanziert werden soll es aus Steuergeldern. Ein weiterer Punkt, der rasch auf Ablehnung stieß, war Heils Vorschlag, die Grundrente ohne Bedarfsprüfung auszuzahlen. Demnach würden auch Rentner, die mit ihrem Einkommen schon auskommen, ohne Vorsprechen auf dem Sozialamt begünstigt. Die Union hingegen begrüßte eine entsprechende Überprüfung. Auch wurde kritisiert, dass Heils Vorschläge im Vorfeld nicht abgesprochen wurden.

Zu viel Geld für Rentner?

Nach dem Stand 2017 stecken mehr als eine halbe Million Rentner in der so genannten Grundsicherung: Hier zahlt der Staat zwar die Miete für die Wohnung, allerdings muss mit insgesamt 424 Euro im Monat ausgekommen werden. Zu wenig; aktuell würde ein Rentner rund 800 Euro im Monat benötigen. Besonders bitter: Auch Menschen, die jahrelang in die Rentenkasse eingezahlt haben, sind teilweise von der Grundsicherung abhängig. Das soll sich nun ändern – doch in welchem Ausmaß, bleibt abzuwarten. Wenn die Vorschläge des Arbeitsministers Gehör finden, tritt die so genannte Grundrente ab 2021 in Kraft.

Quellen: n-tv.de, tagesschau.de

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