Lebensversicherungen: Fällt der Garantiezins?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.05.2016

Der Garantiezins der Lebensversicherung beschreibt die höchstmögliche Verzinsung, die die Anbieter der Versicherung ihren Kunden über die gesamte Laufzeit des Vertrages zusichern. Wer in Zukunft den Neuabschluss einer Lebensversicherung plant, muss sich möglicherweise auf eine geringere Rendite einstellen.

Der Garantiezins für Lebensversicherungen soll für Neukunden ab Beginn des Jahres 2017 von aktuell 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent sinken. Eine entsprechende Verordnung kündigte nun das Bundesfinanzministerium an.

Anhaltende Niedrigzinsen beeinflussen Garantiezins

Während sich für Altverträge nach aktuellem Stand nichts ändern wird, sind Versicherer laut der geplanten Verordnung in Zukunft gegenüber ihren Neukunden bei der Lebensversicherung zu der Zusicherung einer geringeren Rendite als zuvor verpflichtet. Hierbei wird es sich nicht um die erste Senkung des Garantiezinses (so die umgangssprachliche Bezeichnung für den Höchstrechnungszins) handeln: Nachdem dieser bereits einmal bei vier Prozent gelegen hatte, musste er in der Vergangenheit schon mehrmals reduziert werden. Der Grund hierfür: Den Versicherern fällt es durch die anhaltenden Niedrigzinsen immer schwerer, die Rendite, die sie ihren Kunden zusagen, zu erwirtschaften.

Kritik an geplanter Senkung

Laut dem Bundesfinanzministerium spiegelt die geplante Senkung somit die aktuellen Marktverhältnisse wider und signalisiert zudem den Anbietern von Lebensversicherungen die Notwendigkeit einer sehr vorsichtigen Kalkulation. Kritik an den Plänen äußerte dagegen der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zunächst sei der 1. Januar 2017 als Termin für die Unternehmen zu kurzfristig, da die Senkung eine Neukalkulation der Produkte erforderlich mache. Darüber hinaus hätten die Anbieter von Lebensversicherungen bei der Neuanlage 2015 eine durchschnittliche Verzinsung von über zwei Prozent erreicht – ein Wert, der deutlich über dem Garantiezins liegt.

Dabei hatte die Bundesregierung ursprünglich geplant, nicht nur eine Senkung des Garantiezinses anzuordnen, sondern diesen sogar vollständig abzuschaffen. Die Regierung kündigte nun jedoch für 2018 eine Überprüfung der Notwendigkeit des Höchstrechnungszinses an und orientiert sich hier, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, an den europaweit einheitlichen, strengeren Eigenkapitalvorschriften für Versicherungen (Solvency II). Diese sehen vor, dass lebenslange Garantien stärker mit Eigenkapital der Versicherer abgesichert werden müssen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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