Lebensversicherungen: Kunden bangen um Verkäufe und Zinssenkungen

Zuletzt aktualisiert am 11.10.2017

Mit Ergo, Generali, Axa und Co. sind einige der größten Lebensversicherer auf der Suche nach Finanzinvestoren. Das Bestreben der Konzerne, die klassischen Policen abzutreten, verunsichert Millionen von Kunden, die den weiteren Verlauf schwer ermessen können. Auch der Bund der Versicherten zeigt sich empört über das „Erdbeben in der deutschen Lebensversicherung“. Neben der Sorge um das beliebteste Anlageprodukt der Deutschen erwarten Experten ferner ein Absinken der Verzinsung für die Policen.

Dem Bund der Versicherten zufolge geht ein „Erdbeben“ durch die deutsche Lebensversicherung. Ergo, Generali, Axa und Co. sind auf der Suche nach Finanzinvestoren, an die sie ihre klassischen Policen verkaufen können. Die Millionen Kunden der Versicherten sind zunehmend verunsichert über die weitere Entwicklung bei der den Deutschen liebsten Anlagemöglichkeit. Zu dieser Sorge gesellen sich aus Expertensicht im kommenden Jahr auch sinkende Verzinsungen für Lebensversicherungspolicen.

Verkäufe verunsichern Kunden

Die Mannheimer Leben, die Arag, der Münchener Verein und die Basler Leben haben ihre Lebensversicherungsverträge bereits an Abwicklungsunternehmen übertragen. Nun erwägen auch Big Player die Trennung. Generali beabsichtigt den Verkauf von vier Millionen Verträgen, sechs Millionen wären es beim Ergo-Konzern und die AXA erwägt das Abtreten an eine Abwicklungsplattform. Aus Versicherer-Sicht macht der Schritt zum „Run-Off“ in Zeiten von Niedrigzinsen Sinn, da die einst erteilten Zinsversprechen kaum noch erwirtschaftet werden können. Millionen Kunden sind allerdings verunsichert, was künftig aus ihren Lebensversicherungen wird.

Während Verbraucherschützer vor den Abwicklern warnen, die möglicherweise schlechtere Konditionen bieten, bleibt erwartungsgemäß zumindest auf kurze Sicht alles beim Alten. Die Lebensversicherung bleibt sicher und garantierte Leistungen unverändert bestehen. Auch auf bislang erzielte Überschüsse müssen Versicherte nicht verzichten. Wäre dem nicht so, hätte die Aufsichtsbehörde Bafin einem Verkauf nicht zugestimmt. Kunden, deren Policen an einen Abwickler verkauft wurden, sollten allerdings die jährliche Standmitteilung genau prüfen. Im Gegensatz zum noch aktiven Lebensversicherer muss der Abwickler keine möglichst hohen Überschüsse ausweisen, um Neukunden zu ködern. Verbraucherschützer glauben dementsprechend, dass die Neuinhaber bei den Überschussbeteiligungen nicht über das Minimum hinausgehen.

Verzinsung sinkt auch weiterhin

So kommt bei den Kunden die Sorge um weiter sinkende Verzinsungen hinzu. Experten glauben, dass diese bei Versicherungspolicen auch im kommenden Jahr anfällt. Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata sagte der Welt am Sonntag dazu: „Aufgrund des weiterhin anspruchsvollen Zinsumfeldes gehen wir auch für 2018 von fallenden Überschussbeteiligungen aus“. Bei der Überschussbeteiligung handelt es sich um die laufende Verzinsung der klassischen Lebens- und Rentenversicherungen. Diese wird von den Anbietern in der Regel zum Ende des Jahres für das Folgejahr bekanntgegeben.

Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Focus, Welt

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