Lebensversicherungen so wenig rentabel wie nie zuvor

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.01.2018

Aufgrund der seit nunmehr fast zehn Jahre anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB sind Lebensversicherungen kaum noch rentabel. Denn diese legen Geld der Kunden in sicheren Häfen an, die entsprechend geringe Renditen abwerfen. Doch für alte Policen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, müssen die Versicherer weiter den damals noch hohen Mindestzinssatz zahlen. Daher sollten Verbraucher ihre alte Police nicht einfach kündigen.

Wer heute eine neue Lebensversicherung abschließt, um langfristig für das Alter vorzusorgen, begeht in aller Regel einen Fehler. Denn die Versicherungen sind so unrentabel wie nie zuvor, gleichzeitig aber immer noch teuer. Verbraucher zahlen hohe Abschlussprovisionen, die sich in der Vergangenheit dank der hohen Verzinsung noch rentierten. Nur die alten Verträge werfen noch attraktive Renditen ab.

Kapitallebensversicherung stark umstritten

Lange Zeit galt die Lebensversicherung als des Deutschen liebstes Vorsorgeprodukt. Seit die Zinsen in den Keller gefallen sind, können neue Policen allerdings kaum noch überzeugen. Oft sind die Abschlussprovisionen so hoch und die Zinsen so niedrig, dass Anleger erst nach Jahren oder Jahrzehnten erste Gewinne aufbauen würden. Zudem besteht die Gefahr, dass die gut verzinsten Altverträge die Versicherungen in wirtschaftliche Schieflage bringen. Hierfür müssen die Gesellschaften noch hohe Renditen ausschütten, können selbst aber nicht annähernd so hohe Erträge generieren.

ARD-Börsenexpertin Anja Kohl versuchte in der Sendung „Hart aber fair“ zu diesem Thema zu differenzieren: „Unterm Strich lohnt es sich heute in der Regel nicht mehr, Lebensversicherungen abzuschließen, aber alte Verträge von vor 2005 rentieren sich durchaus noch und sollten nicht einfach gekündigt werden.“ Trotz Niedrigzinsphase könne sich der Altvertrag also noch lohnen. Doch es müsse im Einzelfall entschieden werden, ob die Kündigung oder die Fortführung der Police Sinn ergebe.

Alternativen zur Lebensversicherung nutzen

Wer derzeit privat für das Alter vorsorgen möchte, könne laut Kohl vor allem auf Aktien und Immobilien setzen. Zwar schwanken insbesondere die Aktienkurse auf kurze Sicht, doch langfristig entwickeln sich die Preise relativ stabil. Zumal schon Jahre vor dem Renteneintritt langsam von risikoreichen Aktien auf sichere Festgelder oder Anleihen umgeschichtet werden kann.

Quellen: WELT.de, Focus

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