Leichter Anstieg der Autodiebstähle in Deutschland

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.09.2016

Mehr als 19.000 Autodiebstähle wurden der Polizei im vergangenen Jahr gemeldet. Besonders häufig befinden sich Modelle deutscher Hersteller unter den gestohlenen Autos, aber auch ein ausländischer Hersteller ist unter Dieben sehr beliebt. Die Abgasaffäre bei VW scheint hingegen sogar unter Autoknackern für Beliebtheitseinbußen zu sorgen.

Die Zahl der Autodiebstähle in der Bundesrepublik ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent gestiegen. Insgesamt registrierte die Polizei 19.391 gestohlene Pkw, wie aus dem aktuellen Lagebericht zur Kfz-Kriminalität des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht. Trotz dieser Zunahme bewegen sich die Fallzahlen jedoch seit 2009 auf „auf einem weitgehend gleichbleibenden Niveau“, wie die Behörde betont. Das aktuelle Plus führt das BKA vor allem auf den Anstieg der Zahlen gestohlener Mietwagen um 22 Prozent zurück.

Deutsche Fabrikate besonders gefährdet für Autodiebstähle

Besonders beliebt bei Autodieben waren im vergangenen Jahr hochpreisige SUVs und Fahrzeuge deutscher Autobauer. Bei rund drei Viertel der 2015 in der Bundesrepublik gestohlenen Autos handelt es sich um deutsche Fabrikate. Mit Abstand am häufigsten gestohlen wurden Pkw aus dem Hause VW (5.123 gestohlene Autos), gefolgt von Audi (3.139 gestohlene Autos) und BMW (2.637 Autodiebstähle). Allerdings scheinen die negativen Auswirkungen der VW-Abgasaffäre bis in Autoknacker-Kreise zu reichen: VW ist die einzige deutsche Marke, bei der die Zahl der gestohlenen Autos im vergangenen Jahr rückläufig war. Auffällig häufig wurden auch Besitzer eines Fahrzeugs der Marke Land Rover, die die sich auf SUVs konzentriert, Opfer von Autodiebstählen.

Mehr gestohlene Autos wiedergefunden

Obwohl das BKA bei der erfolgreichen Fahndung nach gestohlenen Autos in anderen Schengen-Ländern ein Plus von rund neun Prozent erzielen konnte, wurden insgesamt nur 3.323 Pkw im Schengen-Raum wiedergefunden. Die meisten davon in Polen, gefolgt von den Niederlanden und Frankreich. Eine Vollkasko- oder Teilkaskoversicherung, die im Fall eines Autodiebstahls einspringt, ist also insbesondere für Besitzer hochpreisiger Fahrzeuge nach wie vor sinnvoll.

Autodiebe passen sich neuen Technologien an

Technisch scheinen Autodiebe offenbar auf einem sehr aktuellen Stand zu sein, das BKA spricht ihnen eine „hohe technische Qualifikation“ zu. Dies zeige sich beispielsweise an der steigenden Zahl von sogenannten Keyless-Diebstählen durch Funkstreckenverlängerungen. Dabei wird mithilfe bestimmter spezieller elektronischer Tools die Bordelektronik überlistet, sodass sich das Fahrzeug auch ohne Funkschlüssel starten lässt. Dadurch werde deutlich, „dass die Täter in der Lage sind, ihre Tatbegehungsweisen an neue Technologien anzupassen“, so das BKA.

Quelle: Bundeskriminalamt

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