Leitzins bei null: EZB setzt Niedrigzinspolitik fort

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.01.2017

Experten hatten es schon erwartet: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihren Kurs des „billigen Geldes“ für Banken fort. Der Rat der EZB hatte am vergangenen Donnerstag beschlossen, den Leitzins auf null Prozent zu belassen. Banken können so weiterhin Geld bei der EZB leihen, ohne Zinsen dafür zu bezahlen. Im Gegenzug bleibt ein Strafzins von 0,4 Prozent, wenn sie Geld dort parken.

Seit einiger Zeit steht die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Kritik von Finanzexperten. Durch das zinslose Verleihen von Geld soll die Konjunktur gefördert werden. Banken sollten sich demnach Geld bei der EZB leihen, um damit günstige Kredite an Verbraucher oder Unternehmen ausgeben. Allerdings hat die Praxis gezeigt, dass durch die „Politik des billigen Geldes“ auch die Inflation beeinflusst wird. Null Prozent Zinsen auf Geldeinlagen machen Experten für eine steigende Inflationsrate verantwortlich.

Zinsen sollen noch lange niedrig bleiben

Trotz heftiger Kritik aus der Finanzwelt hält der EZB-Präsident Mario Draghi an seiner Null-Prozent-Politik fest. Laut seiner Aussagen sollen die Zinsen noch über einen längeren Zeitraum auf sehr niedrigem Niveau bleiben, auch über das Kaufprogramm der EZB für Staatsanleihen hinaus. In den Augen der EZB hat die bisherige Haltung das Risiko einer Deflation verringert. Zugleich sieht die Zentralbank Anzeichen einer konjunkturellen Erholung. Als weitere Begründung für die Fortsetzung der bisherigen Geldpolitik wird die weiterhin von globalen Krisen beeinträchtigte Wirtschaft genannt. Außerdem fehlen laut EZB Strukturreformen in der Euro-Zone, sodass weiterhin günstiges Geld durch die Zentralbank notwendig ist.

Konjunkturprogramm seit 2015

Seit dem Frühjahr 2015 kauft die EZB massiv Staatsanleihen auf und hält den Leitzins niedrig. Das gesamte Volumen der Anleihenkäufe beläuft sich auf knapp 2,3 Billionen Euro. Für Sparer hat die anhaltende Niedrigzinspolitik Nachteile, denn sie erhalten minimale Zinsen auf Einlagen wie Sparbücher oder Festgeld. Als Profiteure der Niedrigzinsphase gelten Hauskäufer oder Bauherren. Die niedrigen Zinsen gestalten die Baufinanzierung derzeit so günstig wie noch nie.

Quelle: Handelsblatt, welt.de

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