Megatrend-Indexfonds bergen Risiko für Anleger

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.12.2016

Indexfonds werden häufig als sanfter Einstieg in die Börsenwelt empfohlen. Vor allem Anleger, die bislang vor Wertpapieren zurückschreckten lassen sich durch die gute Nachvollziehbarkeit der Kursentwicklung und das überschaubare Risiko überzeugen. Dies gilt jedoch nicht für alle Arten von Indexfonds. Bei Megatrend-ETFs sollten Kleinanleger vorsichtig sein.

Indexfonds, kurz ETFs genannt, gelten als vergleichsweise risikoarme Alternative für Anleger, die mit den Renditen auf klassische Spareinlagen wie Festgeld in der derzeitigen Niedrigzinsphase unzufrieden sind. Davon wollen offenbar auch einzelne Fondsanbieter profitieren und legen zunehmend neue Indexfonds auf. Aktuell setzen sie vor allem auf sogenannte Megatrend-ETFs, mit denen Anleger von der Entwicklung bestimmter Trendthemen profitieren sollen. Insbesondere für Kleinanleger ist dabei jedoch Vorsicht geboten.

Trend-ETFs: Gesellschaftliche Entwicklungen statt Börsenindizes

Klassische Indexfonds bilden stoisch die Entwicklung eines bestimmten Börsenindex nach, beispielsweise den DAX oder den US-amerikanischen Dow Jones. Sie gelten als relativ sichere Anlageoption, da sich ein solcher Börsenindex auf lange Sicht im Normalfall so gut wie immer nach oben entwickelt. Bei den Megatrend-ETFs hingegen bildet nicht ein Börsenindex die Basis, sondern Aktien von Unternehmen, die vom jeweiligen Trend profitieren könnten.

So hat beispielsweise der ETF-Anbieter iShares unter anderem den Bereich des demografischen Wandels als Megatrend identifiziert und im September einen entsprechenden Fonds aufgelegt, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Der Index enthält unter anderem Aktien von Pharmakonzernen, Unternehmen, die Seniorenbetreuung anbieten, und spezialisierten Konsumgüterherstellern, die von den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung profitieren können.

Als weitere Megatrends, also Entwicklungen, die zahlreiche Länder oder Branchen betreffen und alle gesellschaftlichen Bereiche nachhaltig verändern werden, hat der ETF-Anbieter die Themen Digitalisierung und Innovationen im Gesundheitswesen ausgemacht. Auch hierfür hat iShares entsprechende Indexfonds aufgelegt.

Klassische Indexfonds bieten bessere Diversifikation

Es klingt zunächst nach einem guten Konzept, von solchen Trends profitieren zu wollen. Dennoch raten Anlagenexperten insbesondere privaten Anlegern davon ab, solche Megatrend-Indexfonds in ihr Depot zu legen. Grundsätzlich gilt es nämlich insbesondere bei kleineren Anlagebeträgen, das Investment möglichst breit zu streuen, um das Verlustrisiko zu minimieren. Das funktioniert beispielsweise mit einem DAX-ETF sehr gut, weil der Index die Entwicklung der 30 größten deutschen Aktienkonzerne widerspiegelt. Darunter befinden sich Unternehmen verschiedenster Branchen wie die Lufthansa, Adidas, der Software-Riese SAP oder das Wohnungsunternehmen Vonovia.

Selbst wenn es in einer Branche kriselt, wie beispielsweise kürzlich in der Automobilindustrie, und die Kurse der entsprechenden Unternehmen fallen, werden sie durch die Anteile an Konzernen anderer Branchen wieder aufgefangen.

Mögliche Risiken für Anleger

Bei den Trend-ETFs ist genau diese Diversifikation, die das Risiko für Anleger minimiert, jedoch oft nicht gegeben. So enthält der erwähnte Indexfonds, der auf den demografischen Wandel setzt, beispielsweise sehr viele Titel von Pharmakonzernen. Sollte es der Branche in Zukunft schlecht gehen, dürfte daher auch dieser Trend-ETF abrutschen.

Die Erklärungen des Anbieters klingen vielversprechend: „Megatrends beeinflussen, wie wir leben und arbeiten. Diese ETFs nutzen die Chancen, die sich aus langfristigen strukturellen Trends ergeben können“, so Tom Fekete, Leiter Produktentwicklung bei iShares.

Dass eine Fondsgesellschaft einen bestimmten Bereich als Megatrend identifiziert hat, bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass er sich tatsächlich dahingehend entwickelt. Auch das sollten Anleger im Hinterkopf behalten.

Quellen: Handelsblatt, iShares

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