Mehr als 6.000 Beschwerden über Versicherungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.12.2016

Die deutschen Verbraucher sind mit den Leistungen ihrer Versicherungen offenbar nicht immer ganz einverstanden: Bei der deutschen Finanzaufsicht Bafin wurden bis Ende September mehr als 6.000 Beschwerden von Verbrauchern über Versicherungen bearbeitet. Trotz rückläufiger Beschwerdezahlen gibt es vor allem bei der Lebensversicherung häufig Ärger.

Von den 6.110 von der Finanzaufsicht Bafin bis Ende des dritten Quartals 2016 bearbeiteten Beschwerden betrafen 1.374 Lebensversicherungen. Dies geht aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hervor. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies zwar ein leichter Rückgang, dennoch sind Lebensversicherungen nach wie vor die Policen, die bei den deutschen Verbrauchern am meisten für Unmut sorgen.

Jeweils mehr als 1.000 Beschwerden gab es allerdings auch über Kfz-Versicherungen und Krankenversicherungen. Für Missstimmung sorgten vor allem die Art der Schadensbearbeitung und die Höhe der Versicherungsleistung, die betroffene Verbraucher als zu niedrig empfanden. Wie viele der Beschwerden gerechtfertigt waren, geht aus der Meldung jedoch nicht hervor.

Viele Beschwerden auch beim Versicherungsombudsmann

Auch der Ombudsmann der Versicherungen hatte mit zahlreichen verärgerten Lebensversicherungskunden zu tun. Mehr als 500 Beschwerden erreichten ihn allein bezüglich des Widerrufs alter Verträge. Alte Policen enthalten mitunter fehlerhafte Belehrungen, die dazu führen, dass Versicherte sie auch noch nach Jahren kündigen können, wie der Bundesgerichtshof urteilte. Das gilt jedoch nicht in jedem Fall: „Unter ganz eng begrenzten Bedingungen kann sich der Kunde allerdings nicht darauf berufen. Diese Fälle landen dann bei uns“, erklärte Ombudsmann Günter Hirsch der dpa.

Verbraucher mit VW-Dieselfahrzeugen teilweise doppelt gebeutelt

Viel Ärger hatten in diesem Jahr auch Verbraucher, die ein Diesel-Fahrzeug von VW besitzen. Und zwar nicht nur mit ihrem Auto, sondern in einigen Fällen auch mit ihrer Rechtsschutzversicherung. Versicherte, die sich nicht auf das Nachbesserungsangebot des Automobilkonzerns einlassen wollten und stattdessen Schadensersatz verlangten oder vom Kauf zurücktreten wollten, stießen bei einigen Assekuranzen auf taube Ohren. Sie wollten hierfür keine Deckungszusage machen, da die Klage ihrer Einschätzung nach keine Aussicht auf Erfolg hätte. Mehrere Gerichte haben in dieser Angelegenheit allerdings inzwischen zugunsten der Verbraucher entschieden, die gegen ihre Rechtsschutzversicherung geklagt hatten. Andere Rechtsschutzversicherungen hingegen standen geprellten VW-Käufern unmittelbar zur Seite. Dies macht noch einmal deutlich, dass Verbraucher beim Abschluss einer Versicherungspolice nicht allein auf die Prämie, sondern auch auf das Leistungsspektrum achten sollten.

Quelle: Spiegel Online/dpa

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