Frauen: Teilzeitbeschäftigung wächst - Armut auch

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.03.2015

Frauen sind trotz festem Job zunehmend von Armut bedroht: Jede elfte ist gefährdet. Grund dafür ist häufig eine Teilzeitbeschäftigung. Doch auch bei einer Vollzeitstelle verdienen Frauen häufig zu wenig, viele müssen mit Hartz IV aufstocken. Der Trend zur Teilzeitbeschäftigung kann sich im Alter in Form einer massiven Versorgungslücke rächen.

Obwohl die Anzahl berufstätiger Frauen steigt, sind fast zehn Prozent der Bundesbürgerinnen von Armut bedroht. Wie der „Spiegel“ berichtet, liegt ein Grund darin, dass viele Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Zudem würden viele Frauen, die in Vollzeit arbeiten, zu wenig verdienen.

Anteil von Frauen in Teilzeitbeschäftigung stark angestiegen

Aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion ginge hervor, dass die Zahl der in Vollzeit arbeitenden Frauen von 2001 bis 2014 um fast eine Million auf 7,5 Millionen zurückgegangen sei. Dabei sei die Zahl der erwerbstätigen Frauen insgesamt in diesem Zeitraum um 1,7 Millionen gestiegen. Ein nicht unerheblicher Teil von ihnen arbeite allerdings in Teilzeitjobs ─ die Zahl von Frauen in sozialversicherungspflichtiger Teilzeitbeschäftigung stieg seit 2001 um 2,5 Millionen auf 6,3 Millionen. 5,3 Millionen weibliche Beschäftigte hätten lediglich einen Minijob.

700.000 stocken mit Hartz IV auf, um Armut zu entgehen

Sabine Zimmermann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, sieht dabei eine besorgniserregende Entwicklung. Der Zuwachs fände nämlich vor allem in Branchen mit vergleichsweise geringen Einkommen statt. „Weil zugleich die Zahl der Vollzeitbeschäftigten zurückgegangen ist, steigt der Anteil der weiblichen Beschäftigten, die von Armut gefährdet sind“, so Zimmermann. Jede elfte Frau sei inzwischen betroffen. Nach Informationen der „Zeit“ würden bereits mehr als 700.000 Frauen ihr Einkommen durch Hartz IV aufstocken müssen.

Teilzeitbeschäftigung erhöht Risiko für Armut im Alter

Selbst wenn ihre aktuelle Situation nicht kritisch ist, sind Frauen, die über längere Zeiträume in Teilzeitbeschäftigungen tätig sind, stärker von Altersarmut bedroht als andere Erwerbstätige. Da die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gering ausfallen, ist eine zusätzliche private Altersvorsorge für die Betroffenen elementar, selbst wenn nur geringe Summen hierfür zur Verfügung stehen. Bei frühzeitigem Einstieg in die private Altersvorsorge kann auch mit geringen monatlichen Beiträgen die Rentenlücke im Alter deutlich verringert werden.

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