Mehr Geld für Azubis geplant

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.04.2019

Nach dem Mindestlohn kommt jetzt die Mindestausbildungsvergütung. Diese sieht einen Ausbildungslohn von mindestens 515 Euro im ersten Jahr vor. Bereits ab Januar 2020 soll die Neuerung in Kraft treten.

Vor allem Auszubildende im Handwerk würden von der Regelung profitieren. Allerdings ist die Mindestausbildungsvergütung mit Mehrkosten für den Arbeitgeber verbunden. Besonders betroffen wären kleine Betriebe sowie – aufgrund der Lohnunterschiede – Firmen in Ostdeutschland.

Mindestvergütung soll 515 Euro betragen

Nach einem Vorschlag der BDA (Bundesvereinigung der Arbeiter) und des DGB (Deutschen Gewerkschaftsbundes) wird Jahre nach dem Mindestlohn die Einführung einer Mindestvergütung für Auszubildende geprüft. Der Grund: Derzeit herrschen in Ausbildungsbetrieben große Lohnunterschiede. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek von der CDU forderte bereits im Rahmen der Anpassung des Berufsbildungsgesetzes eine Mindestausbildungsvergütung von 504 Euro im ersten Jahr. Koalitionspartner SPD geht allerdings noch weiter: So ist nun von mindestens 515 Euro für jeden Azubi die Rede.

Kritik an diesem Modell wurde bereits im Vorjahr laut. Die Auswirkungen eines möglichen Mindestausbildungslohns von 500 Euro berechnete 2018 das Bundesinstitut für Berufsbildung. So würde die Erhöhung in manchen Bereichen insbesondere kleine Betriebe hart treffen. Im Osten fielen die Mehrkosten aufgrund der Lohnunterschiede noch einmal drastischer aus und beträfen rund 32 Prozent aller Ausbildungsbetriebe. Auch steige durch einen höheren Lohn im ersten Jahr das Interesse an Ausbildungsberufen – so würde die Nachfrage wahrscheinlich das Angebot übertrumpfen.

Finanzplus vor allem für Handwerksbranche

Befürworter der Mindestausbildungsvergütung merkten hingegen an, dass der Lohn nicht unbedingt ausschlaggebend für die Wahl einer Ausbildungsstätte sei. Wichtig seien den Auszubildenden auch Faktoren wie das Arbeitsklima und die Chancen auf Festeinstellung sowie Weiterbildungsmöglichkeiten.

Würde sich das neue Modell durchsetzen, wären im zweiten Lehrjahr mindestens 615 Euro und im dritten 715 Euro zu zahlen. Das trifft besonders die Handwerksbranche: So erhalten Friseure laut DGB-Ausbildungsreport 2018 aktuell nur 406 Euro im ersten Lehrjahr. Die Anpassung würde daher 109 Euro pro Azubi betragen. Besser stehen hingegen Auszubildende in der Bankenbranche dar. Mit aktuell rund 1.028 Euro im dritten Lehrjahr wären sie von der Mindestausbildungsvergütung nicht betroffen. Diese soll bei Beschluss bis August 2019 bereits ab 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Quelle: tagesspiegel.de

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