Mehr Lebensversicherungen trotz Mini-Garantien

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.08.2016

Angesichts stetig sinkender Garantien waren Lebensversicherungen in der Verbrauchergunst lange auf dem absteigenden Ast. Für herkömmliche Anlageprodukte gibt es aktuell jedoch auch keine höheren Zinsen, daher scheinen die Policen nun für Anleger doch wieder attraktiver zu werden. Zudem bieten sie bei der Vorsorge einen entscheidenden Vorteil.

Lebensversicherungen waren in den vergangenen Jahren bei deutschen Anlegern nicht sonderlich beliebt. Angesichts stetig sinkender Garantien kaum verwunderlich. Doch aufgrund der niedrigen Zinsen für andere Anlageprodukte steigt die Nachfrage nach den von vielen bereits totgesagten Policen offenbar wieder. Der Finanzdienstleister MLP vermeldete kürzlich zum ersten Mal seit Jahren ein steigendes Interesse an Lebensversicherungen.

Garantien vielfach höher als Zinsen für andere Anlageprodukte

„Es bleibt noch viel zu tun – aber 2015 sollten wir bei MLP in der Altersvorsorge die Talsohle gesehen haben“, so MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg gegenüber der „Welt am Sonntag“. Insbesondere im zweiten Quartal sei die Nachfrage nach Lebensversicherungen spürbar gestiegen. Dass die Garantien für Policen heute deutlich niedriger ausfallen als vor einigen Jahren – der gesetzlich vorgegebene Garantiezins liegt für 2016 bei 1,25 Prozent – hält Kunden offenbar nicht mehr davon ab, in eine Lebensversicherung einzuzahlen. Im Gegenteil: Im Vergleich zu den aktuellen Zinsen für herkömmliche Sparanlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbüchern dürften Garantien von bis zu 1,25 Prozent für viele Anleger geradezu verheißungsvoll wirken. Offenbar haben sich Verbraucher allmählich mit den anhaltenden niedrigen Zinsen abgefunden. Schroeder-Wildberg zufolge hätten Kunden im zweiten Jahresviertel verstärkt Produkte „mit neuen, geringeren Garantien, dafür aber besseren Renditenaussichten gekauft.“

Kritik an aktueller Rentendiskussion

An der aktuellen Rentendiskussion übte der MLP-Chef scharfe Kritik. Sie würde die Bundesbürger nur verunsichern, jedoch keine ausgereiften Lösungsvorschläge liefern. Insbesondere den Ansatz eines staatlichen Rentenfonds, der sogenannten Deutschland-Rente, betrachtet Schroeder-Wildberg offenbar mit Skepsis. „Staatlich verordnete Einheitslösungen, wie sie jetzt gefordert werden, helfen nicht – zumal immer die Gefahr besteht, dass das Kapital zum politischen Spielball wird“, so seine Einschätzung. Bestehende Produkte zur privaten Vorsorge, darunter auch die Kapitallebensversicherung seien seiner Einschätzung nach eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Anders als andere Finanzprodukte würden sie nämlich lebenslange Auszahlungen sicherstellen – Garantien, die andere Anlageformen nicht bieten können.

Quelle: Welt

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!