Mehr Rente für Geringverdiener: 100 Euro zusätzlich

Zuletzt aktualisiert am 23.01.2019

Geringverdiener in der Grundsicherung sollen künftig rund 100 Euro mehr Rente erhalten; aus Respekt für ihre Arbeitsleistung. Diese Planung von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) stößt aber nicht nur auf Gegenliebe.

So sollen ohnehin nur sehr wenige Menschen in Rente von der Grundsicherung leben. Von der Erhöhung betroffen wären noch weniger; auch ist unklar, wer für die Zusatzkosten in Höhe von 200 Millionen Euro aufkommen soll.

„Respekt-Rente“ für Geringverdiener in der Grundsicherung

Altersarmut in Deutschland… viele Menschen haben Angst davor. Gerade Geringverdiener, die nur niedrige Beiträge zur Rentenversicherung leisten können, schauen mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Ein Plus von 100 Euro soll etwas rosigere Aussichten für diejenigen bringen, die durch geringe Beitragszahlungen im Alter unterhalb der Grundsicherung landen würden. Zwar stockt bereits jetzt der Staat die Rente so auf, dass jeder die 424 Euro Grundsicherung plus die Erstattung der Wohnkosten erhält. Doch erscheint dies gegenüber Menschen, die mindestens 35 Jahre lang gearbeitet und Beiträge für die Rentenversicherung geleistet haben, unfair. Immerhin hat jeder Bürger in Deutschland das Recht auf die Grundsicherung – egal, ob er je gearbeitet hat oder nicht. Hubertus Heil von der SPD spricht im Zuge der Erhöhung folglich von einer „Respekt-Rente“. Immerhin rund 100 Euro mehr verdienen somit Menschen, die entweder jahrelang im Arbeitsleben standen oder durch die Pflege von Angehörigen bzw. die Kindererziehung Rentenansprüche erworben haben.

Wenig Betroffene: Rund 130.000 Menschen würden profitieren

Die Grundsicherung gilt als unterstes soziales Netz in Deutschland und greift bei allen Menschen, die von ihrer Rente nicht leben können. Aber auch, wenn die Angst vor der Armut im Alter steigt: Tatsächlich sind aktuell nur etwa drei Prozent aller Rentner betroffen, von denen die meisten ohnehin im Vorfeld von Sozialleistungen abhängig waren; also keine Geringverdiener. Rund 75 Prozent dieser Personengruppe bezog schon vor Renteneintritt das Arbeitslosengeld II. Daher erscheint die Angst der Wenigverdiener, in der Grundsicherung zu landen, unbegründet.
Auch bleibt die Frage offen, wie die Aufschläge bezahlt werden sollen. Als Zahlungsmittel kommen Gelder aus Steuermitteln oder der Rentenkasse in Frage. Aktuell wird von rund 130.000 Menschen gesprochen, die von einer Erhöhung durch die „Respekt-Rente“ betroffen wären. Insgesamt beliefen sich die Kosten dann auf ca. 200 Millionen Euro.

Quellen: waz.de, spiegel.de

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