Mietspiegel soll repräsentativer werden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.09.2015

Der Mietspiegel einer Stadt oder Gemeinde gibt an, wie hoch die durchschnittlichen Mietpreise vor Ort sind. Oft ist der Mietspiegel jedoch veraltet und stimmt nicht mit den tatsächlichen Werten überein. Da ihm im Zuge der Mietpreisbremse eine wichtige Bedeutung zukommt, will das Justizministerium die Regeln nun der Realität anpassen.

Kürzlich ist eine Expertenkommission im Auftrag von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zusammengekommen, um über die Regeln zur Erstellung eines Mietspiegels zu beraten, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Es ist der erste Schritt zu einer Änderung der Gesetze, die darüber bestimmen, wie die Referenzwerte zur Bestimmung der ortsüblichen Vergleichsmiete festgelegt werden.

Warum der Mietspiegel oft nicht stimmt

Angestoßen wurde das Ganze durch die Klage eines Berliner Vermieters vor dem Amtsgericht Charlottenburg. Er wollte die Miete für seine Wohnung von 6,46 Euro auf 7,17 Euro pro Quadratmeter anheben. Der Berliner Mietspiegel und die Mietpreisbremse machten ihm dabei jedoch einen Strich durch die Rechnung – seit 1. Juni 2015 dürfen die Mieten in begehrten Vierteln der Hauptstadt nicht mehr als zehn Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete liegen. Obwohl das Urteil in zweiter Instanz vom Berliner Landgericht aufgehoben wurde, bekam der Berliner zunächst Recht. Der Mietspiegel sei nicht nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt worden und daher nicht gültig, begründete das Amtsgericht und berief sich dabei auf ein Gutachten, wonach der Mietspiegel veraltet, nicht repräsentativ und zu stark von der Politik beeinflusst sei.

Erhebung der Mietpreise soll repräsentativer werden

Am zuverlässigsten wäre der Mietspiegel bei einer Vollerhebung der Mietpreise. Dies ist dem Justizministerium laut Zeitungsbericht jedoch zu aufwendig. Es werde befürchtet, dass vor allem kleinere Gemeinde dann gar keine Mietspiegel mehr erstellen würden – eine Verpflichtung dazu besteht für die Kommunen nämlich nicht. Ein anderer Vorschlag ist, auch Mietpreisveränderungen der vergangenen zehn Jahre in den Mietspiegel mit einfließen zu lassen. Bisher dürfen die verwendeten Daten maximal vier Jahre alt sein. Seit Längerem wird kritisiert, dass so vor allem Mietpreise erfasst werden, die über dem Durchschnitt liegen. Durch die Verlängerung des Erfassungszeitraumes würde die Datenbasis breiter und somit repräsentativer, so die Hoffnung.

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