Millionen Haushalte in Deutschland müssen zusätzliche Steuererklärung abgeben

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.07.2018

Schon im April hatte das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass die derzeitige Erhebung der Grundsteuer verfassungswidrig ist. Die aktuellen Berechnungen verstoßen demnach gegen das Gleichheitsprinzip, so die Richter in ihrem Urteil. So konnten Vermieter bisher die Grundsteuer komplett auf die Mieten umlegen, was jedoch unzulässig ist. Spätestens bis Ende 2019 muss der Gesetzgeber eine neue Regelung finden.

Für zahlreiche Hausbesitzer hat das jedoch nicht nur finanzielle Folgen. So wird eine zusätzliche Steuer- oder Feststellungserklärung erforderlich sein. Das bestätigte das Finanzministerium dem FDP-Abgeordneten Markus Herbrand. Er hatte eine Kleine Anfrage an die Regierung gestellt, aus der hervorgeht, dass Millionen Haushalte in Deutschland eine zusätzliche Steuererklärung werden abgeben müssen.

Deutlich höherer Aufwand für Finanzämter

Bislang ist noch vollkommen unklar, wie die Neuerung der Grundsteuer aussehen könnte. Eine grundsätzliche Mehrbelastung soll es jedoch nicht geben. Allerdings geht die Regierung fest davon aus, dass „bei derzeit allen bekannten Modellen eine Steuer- oder Feststellungserklärung erforderlich ist“. Das bedeutet in jedem Fall einen deutlichen Mehraufwand für alle Hausbesitzer.

Doch auch auf die Finanzämter werden relativ hohe Belastungen zukommen. „Vorsichtig gerechnet müssten künftig über 5000 Mitarbeiter der Finanzämter ein ganzes Jahr lang nichts anderes machen, als diese zusätzlichen Erklärungen zu bearbeiten“, so FDP-Steuerexperte Herbrand in der BILD. Zumal es bisher keine deutschlandweit einheitliche Software für die Erstellung der Steuererklärung gibt. Die Kosten für den Mehraufwand könnten also schnell einen dreistelligen Millionenbetrag ausmachen.

Drei Modelle zur Grundsteuer in der Diskussion

Es gibt derzeit drei Modelle, nach denen die Grundsteuer künftig berechnet werden könnte. Im sogenannten Bodenwertmodell wird in erster Linie der Wert des Grundstücks für die Berechnung der Steuer zugrunde gelegt. Beim Kostenwertmodell fließen hingegen auch Bau- und Sanierungskosten mit ein. Diese Variante hatte 2016 eine Mehrheit der Bundesländer vorgelegt. Als Alternative gilt noch das flächenbezogene Äquivalenzmodell, wo die reine Größe des Grundstücks als Grundlage für die Steuer genutzt wird, nicht aber der Wert der Fläche.

Quelle: Focus

Einmal monatlich Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!