Nach Orkan: Welche Versicherung zahlt was?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.01.2018

In vielen Teilen Deutschlands hat das Sturmtief Friederike für Chaos gesorgt. Millionenschäden an Autos und Gebäuden, entwurzelte Bäume und Ausfälle im Bahnverkehr waren die Folge. Immer wieder kommt es zu solch heftigen Unwettern. Welche Versicherung für welchen Schaden aufkommt, hat die Stiftung Warentest für Verbraucher zusammengefasst.

Betroffen sind von Starkregen, starken Stürmen und Blitzeinschlägen besonders Fahrzeuge und Gebäude. Entwurzelte Bäume oder auch einzelne Äste sorgen nicht selten für einen Totalschaden des Autos. An Gebäuden sind es vor allem abgedeckte Dächer oder umgestürzte Schornsteine, die für Ärger sorgen. Doch wer gut versichert ist, haftet meist nur für einen kleinen Teil der Schäden.

Vollkasko und Teilkasko mit unterschiedlichen Leistungen

Verkehrsschilder, Äste oder Ziegel, die im Sturm herumwirbeln, richten starke Schäden an Autos oder Motorrädern an. Eine Vollkaskoversicherung haftet in jedem Fall für die Beschädigungen und ersetzt diese komplett. Die Teilkasko springt hingegen erst bei heftigen Unwettern ein, wenn etwa die Windstärke Acht erreicht ist. Zudem müssen Versicherte natürlich in beiden Fällen den vorher vereinbarten Selbsterhalt zahlen.

Ähnliche Regelungen sind auch in den meisten Verträgen für Wohngebäudeversicherungen zu finden. Erst wenn die Windstärke die Stufe Acht erreicht – also eine Windgeschwindigkeit von mindestens 62 Stundenkilometern – springt die Versicherung für Schäden durch Sturm und Hagel ein. Dafür müssen diese Leistungen aber auch wirklich in der Police inkludiert sein. Hingegen sind Schäden innerhalb der Wohnung immer eine Sache der Hausratsversicherung. Fliegen beispielsweise abgedeckte Ziegel durch das Fenster in den neuen Fernseher, zahlt die Versicherung.

Bäume nicht immer mitversichert

Besondere Beachtung sollten Versicherte nach Auffassung der Stiftung Warentest Bäumen widmen. Denn das Umfallen des Baumes an sich ist noch kein Schaden. Fällt ein Baum beispielsweise auf das eigene Grundstück, beschädigt dabei aber weder Haus noch Gartengerät, zahlt die Versicherung nicht für die Entsorgung. In diesem Fall muss der Baumbesitzer den Baum selbst zersägen und entsorgen beziehungsweise den Landschaftsgärtner bezahlen. „Ein Baum gilt nicht als „versicherte Sache“. Wer auch dies versichern möchte, muss eine Zusatz­klausel vereinbaren. Oft trägt sie das Kürzel 7363,“ so die Stiftung Warentest in einem Schreiben zu den aktuellen Orkanschäden.

Anders sieht es hingegen aus, wenn eigene Bäume einen Schaden anrichten. Beispielsweise könnte der eigene Baum auf das Haus des Nachbarn fallen. Waren schon Anzeichen für die Krankheit oder fehlende Standfestigkeit des Baumes zu finden, greift allerdings nicht die Gebäudeversicherung des Nachbarn. In diesem Fall nimmt sich die Privathaftpflichtversicherung dem Fall an, weil der Baumbesitzer fahrlässig gehandelt hat. Konnte die Beschädigung vorher jedoch nicht sichtbar festgestellt werden oder war der Baum nicht beschädigt, springt wiederum die Gebäudeversicherung des Nachbarn ein. Die Stiftung Warentest empfiehlt in jedem Fall, die Bäume im eigenen Garten regelmäßig zu überprüfen.

Schäden direkt melden

Wenn ein Schaden im Zuge eines Sturms oder Unwetters entstanden sind, sollten diese unverzüglich an den entsprechenden Versicherer gemeldet werden. Dabei besteht keine Pflicht dazu, dem Versicherungsunternehmen das Erreichen der Windstärke Acht zu bescheinigen. Es genügt, wenn eine Wetterstation entsprechende Winde in der Gegend gemessen haben.

Allerdings gilt immer: Betroffene müssen den Schaden so gering wie möglich halten. Beispielsweise müssen zerstörte Fenster abgedeckt werden, um zusätzliche Beschädigungen zu vermeiden. Auch hereingelaufenes Wasser ist aus diesem Grund aufzuwischen.

Quellen: ksta.de, rp-online.de

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