Nachhaltige Fonds für Privatanleger uninteressant

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.05.2016

Nachhaltige Fonds spielen nach wie vor nur eine kleine Rolle auf dem deutschen Anlagemarkt. Besonders Privatanleger nehmen davon Abstand. Das liegt nach Ansicht von Verbraucherschützern vor allem daran, dass es an Transparenz fehlt und Anleger sich keinen Überblick über in Frage kommende Fonds verschaffen können.

Der Durchbruch für nachhaltige Fonds lässt immer noch auf sich warten. Seit mehreren Jahren hat sich ihr Anteil am insgesamt investierten Kapital kaum erhöht. Vor allem Privatanleger nutzen lieber andere Publikumsfonds zur Geldanlage.

Nachhaltige Fonds bleiben eher unbeliebt

Zwar haben nachhaltige Fonds mit einer Gesamtsumme von 20,6 Milliarden Euro zum Jahresende 2015 ihren bisherigen Höchststand erreicht, im Vergleich zu den 883 Milliarden Euro, die deutsche Sparer insgesamt in Publikumsfonds investiert haben, bleibt diese Summe jedoch sehr gering. Aktuell befinden sich nur 2,3 Prozent der Fondsgelder in nachhaltigen Anlagen. Damit hat sich der Anteil in den letzten fünf Jahren nur um gute 0,5 Prozent erhöht.

Vor allem Privatanleger stehen den Fonds, bei denen soziale, ökologische und ethische Kriterien eine Rolle spielen, skeptisch gegenüber. Auf dem Markt für nachhaltige Geldanlagen machen private Anleger in Deutschland nur einen Anteil von 15 Prozent gegenüber institutionellen Anlegern mit 85 Prozent aus. Im Vergleich zu 2014 ist ihr Anteil sogar noch um zwei Prozent gesunken.

Privatanleger haben nicht genug Überblick

Verbraucherschützer glauben, dass Privatanleger häufig nicht über die nötigen Informationen verfügen, um sich für bestimmte Anlagen zu entscheiden. „Der Markt ist unübersichtlich und es fehlen Mindeststandards, die Verbrauchern klare Orientierungshilfen bieten“, erklärt Ulrike Brendel von der Verbraucherzentrale Bremen. Viele Anbieter dürfen Begriffe wie „grün“ oder „nachhaltig“ ohne Auflagen verwenden. Daher ist es für Privatanleger häufig schwierig zu beurteilen, ob es sich tatsächlich um nachhaltige Fonds handelt. Es existieren zwar Siegel für nachhaltige Anlageprodukte, allerdings können Verbraucher nicht immer einschätzen, nach welchen Kriterien diese vergeben werden. Deshalb fordern Verbraucherschützer einen gesetzlichen Mindeststandard, der es ermöglicht, Anbieter mit  irreführenden Angeboten abzumahnen.

Quelle: Welt

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