Nahles’ Rentenpläne stellen Steuerzahler vor erhöhte Abgaben

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.01.2017

Die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) stellte eine Berechnung vor, laut welcher die Pläne von Nahles mit Milliardenkosten verbunden sind. Die Sozialministerin hatte versprochen, dass das Rentenniveau, welches derzeit bei 48 Prozent liegt, nicht unter 46 Prozent fallen darf. Dieses Ziel ist allerdings mit deutlichen Beitragserhöhungen der Sozialsteuer verbunden, welche von der erhöhten Rente nicht aufgewogen werden.

Die Rechnung der BDA bezieht sich auf den Zeitraum der nächsten 28 Jahre, also bis 2045. Wenn bis dahin der Rentenbeitragssatz um rund ein Drittel anstiege, würde das eine Verringerung von nur 3,7 Prozent bedeuten. Schon der erwartete Beitragsanstieg von 6,2 Prozent würde eine Mehrbelastung von jährlich 70 Milliarden Euro bedeuten. Dazu kommen noch 20 Milliarden Euro aus steigenden Steuerzuschüssen in die Rentenkasse.

Laut BDA würde ebenfalls eine „enorme Erhöhung der Sozialabgaben“ eine Folge von Nahles’ Plänen sein. Die derzeit 40 Prozent hohen Abgaben des Bruttolohnes müssten auf 55 Prozent ansteigen, um das Niveau einhalten zu können.

Nahles’ Konzept verstößt gegen die Generationengerechtigkeit

Die BDA mahnte, dass Nahles’ Pläne gegen das Gebot der Generationengerechtigkeit verstoßen würde. Die Berechnungen zeigen, dass die demografisch bedingten Mehrbelastungen in der Rentenversicherung die Beitragszahler in Zukunft neunmal so stark treffen würden wie die Rentenbezieher. Denn der Beitragssatz steigt unverhältnismäßig stark im Vergleich zur Entwicklung des Rentenniveaus. Vor allem die Arbeitgeber kritisieren die Pläne der Sozialministerin, da die Beitragszahler mit den erhöhten Zahlungen langfristig überfordert seien. Bei jungen Leuten zeichnet sich eher der Trend ab, auf andere Wege der Altersvorsorge zu setzen. 

Inwiefern die Pläne von Nahles durchgesetzt werden, ist derzeit noch unklar. Die CDU stellte sich dem Entwurf entgegen, was eine Durchsetzung eher unrealistisch macht. Von der Union selbst kamen allerdings noch keine Vorschläge zur Rentenpolitik.

Das sind andere Methoden der Altersvorsorge

Die meisten Arbeitnehmer sind sich bewusst, dass ihre gesetzliche Rente nicht zur Lebenshaltung reichen wird. Deswegen machen sie sich Gedanken um alternative Möglichkeiten, ihre Rente aufzustocken. Eine beliebte Möglichkeit ist die Riester Rente, also eine private Altersvorsorge, die allerdings staatlich gefördert ist. Die Sofortrente ist ebenfalls privat. Hier wird eine große angelegte Summe über einen längeren Zeitraum monatlich ausgezahlt.

Quellen: Welt.de, T-Online.de

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